<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?><rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	>

<channel>
	<title>omni fides</title>
	<atom:link href="https://www.omni-fides.de/feed" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>https://www.omni-fides.de</link>
	<description>Lerntherapie &#38; Coaching Maren Jaentsch - Lilienthal, Worpswede, Bremen &#38; Online</description>
	<lastBuildDate>Wed, 24 Jan 2024 20:04:08 +0000</lastBuildDate>
	<language>de</language>
	<sy:updatePeriod>
	hourly	</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>
	1	</sy:updateFrequency>
	<generator>https://wordpress.org/?v=6.9.3</generator>

<image>
	<url>https://www.omni-fides.de/wp-content/uploads/2021/11/favicon.gif</url>
	<title>omni fides</title>
	<link>https://www.omni-fides.de</link>
	<width>32</width>
	<height>32</height>
</image> 
	<item>
		<title>Langeweile&#8230;</title>
		<link>https://www.omni-fides.de/2024/01/26/langeweile</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[omnifides]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 26 Jan 2024 07:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.omni-fides.de/?p=1375</guid>

					<description><![CDATA[Ich blicke in leere Augen… Sie blicken quasi durch mich hindurch. Irgendwo hinter mich, irgendwo neben mir.&#160; Diese Augen sind gerade gar nicht hier bei mir. Sie träumen irgendeinen Traum, der hier nicht Realität ist, scheinbar keine Realität sein kann. Vielleicht wandern sie gerade auf dem Mond umher, beamen sich an den Strand oder in die Berge, fahren Schlitten und schreien dabei mit der Freundin um die Wette… “Wo bist du gerade?” &#8211; “Ähhh hier…” Die Augen sortieren sich in...<p class="read-more"><a class="btn btn-default" href="https://www.omni-fides.de/2024/01/26/langeweile">Weiterlesen<span class="screen-reader-text"> Weiterlesen</span></a></p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<div class="podcast_badges">

<div><a href="https://open.spotify.com/show/2hZ40AvgZFcYciDIvG0es0" class="podcast_badge" target="_blank" rel="noopener"><img decoding="async" src="/wp-content/uploads/2023/01/spotify-podcast-badge-blk-grn-330x80-1.png"></a></div>

<div><a href="https://podcasts.apple.com/de/podcast/omni-fides-audioblog/id1668202576" class="podcast_badge" target="_blank" rel="noopener"><img decoding="async" src="/wp-content/uploads/2023/01/DE_Apple_Podcasts_Listen_Badge_RGB.png"></a></div>

<div><a href="https://podcasts.google.com/feed/aHR0cHM6Ly9vbW5pLWZpZGVzLnBvZGNhc3Rlci5kZS9vbW5pLWZpZGVzLWF1ZGlvYmxvZy5yc3M" class="podcast_badge" target="_blank" rel="noopener"><img decoding="async" src="/wp-content/uploads/2023/01/DE_Google_Podcasts_Badge_2x.png"></a></div>

<div><a href="https://music.amazon.de/podcasts/400a6bdb-3626-4660-8631-ddc42396a6fd/omni-fides-audioblog" class="podcast_badge" target="_blank" rel="noopener"><img decoding="async" src="/wp-content/uploads/2023/01/amazon-podcast-badges-619x150-1.png"></a></div>

</div>



<p>Ich blicke in leere Augen…</p>



<p>Sie blicken quasi durch mich hindurch. Irgendwo hinter mich, irgendwo neben mir.&nbsp;</p>



<p>Diese Augen sind gerade gar nicht hier bei mir. Sie träumen irgendeinen Traum, der hier nicht Realität ist, scheinbar keine Realität sein kann. Vielleicht wandern sie gerade auf dem Mond umher, beamen sich an den Strand oder in die Berge, fahren Schlitten und schreien dabei mit der Freundin um die Wette…</p>



<p>“Wo bist du gerade?” &#8211; “Ähhh hier…” Die Augen sortieren sich in Windeseile. Das haben sie schon immer gekonnt. Auf Knopfdruck Präsenz zeigen, funktionieren, Träume abschalten und loslegen nach dem Plan, der nicht ihrer ist und der sich scheinbar von außen überstülpen möchte.&nbsp;</p>



<p>Suchend wandern diese Augen im Raum umher, versuchen sich an etwas zu heften, um nicht wieder weg zu wandern. Finden meine Augen und suchen leise nach den kleinsten Anzeichen von Vorgabe, Struktur und fremder Zielsetzung. Das Gewohnte einfangen und das abspulen, was die Menschen da draußen verlangen.&nbsp;</p>



<p>Ich schenke diesen Augen ein Lächeln &#8211; Ich will gerade überhaupt nichts von dir! Du darfst wandern, spazieren gehen in deinen Träumen. Du darfst sie spüren, erleben und wahrnehmen und ich bin neugierig darauf zu erfahren, aus welchem Stoff deine Träume bestehen&#8230; was du hier gerade vermisst und was hier gerade zu viel, zu wenig oder genau passend da ist…</p>



<p>“Ich sitze so da in der Klasse und manchmal träume ich vor mich hin. Wandere auf den Mond.” &#8211; Ich halte es nicht mehr aus, hier zu sein. Nicht aus Wut, nicht aus Traurigkeit, sondern weil es einfach so langweilig ist. Weil es mich nicht interessiert, mich ständig berieseln zu lassen und es dabei einfach so selten wirklich um mich geht.&nbsp;</p>



<p>Jeder kann hier sitzen, jeder sitzt hier… und ich könnte gerade auch ganz woanders sein: Auf dem Mond, am Meer, in den Bergen. So oft reicht meine Hülle, mein bloßes, stumpfes Abarbeiten von Aufgaben. Sie sind so oft die gleichen, dass ich mich nicht mehr berührt fühle von diesen To Dos. Ich führe leere Aufgaben aus. Ich sitze in diesem Raum, weil ich muss, nicht weil sich jemand wirklich für mich interessiert. Ich sitze hier, weil andere sagen, dass es sein muss. Ich kann das. Ich habe gelernt, das hinzubekommen. Es ist schön, dass ich weiß, dass ich das auf Knopfdruck kann: Funktionieren nach den Regeln des Systems. Ich fühle mich damit auch ein Stück weit sicher &#8211;  langweilig, aber sicher. Es ist für eine unbestimmte Zeit einfach ok &#8211; zwar langweilig, aber ok. Und irgendwann ist diese Langweile, die ich als Körper in diesem System spüre, einfach nur anstrengend, unbequem, ermüdend und kaum noch aushaltbar.</p>



<p>Ich als Mama stelle das Essen auf den Tisch… Nudeln mit Tomatensoße. Das habe ich in diesem Monat bestimmt schon zehn mal gekocht. Die sichere Variante. Das essen meine Kinder zu 90 Prozent immer ohne zu meckern. Ich setze mich auf meinen gewohnten Platz neben dem Fenster… beobachte meine Kinder beim Essen. Mir selbst fehlt der Hunger gerade. Ich würde so gerne mal wieder Sushi essen, Couscous-Pfanne oder mich einfach nur mal liebevoll bekochen lassen. Die Langeweile macht sich in mir breit. Bin ich eigentlich dafür hier, um all diese Strukturen zu erfüllen, bis sie mich aushöhlen?&nbsp;</p>



<p>Ich spule täglich mein Programm ab. Hake innerliche To Do Listen ab und halte das Gemecker meiner Kinder aus. Ich halte das Gemecker aus, das ich selber manchmal nur allzu gerne aus mir raus schreien würde, wenn ich nicht so müde wäre und wissen würde, dass es nun mal auf dieser Welt Regeln, Ordnung und Strukturen gibt, die meine Sicherheit und die meiner Familie gewährleisten. </p>



<p>Es gab eine Zeit in ihrem Leben, da haben meine Kinder noch mehr protestiert, noch mehr gewütet. Mit zunehmendem Alter merke ich, dass auch sie immer vertrauter werden mit diesem Blick der Langeweile. Sie haben scheinbar gelernt, dass es Strukturen gibt, die nicht umgangen werden können. Danke, dass sie lernen, welche Regeln es in dieser Gesellschaft gibt. Danke, dass es mir das Gefühl gibt, dass auch sie scheinbar sicher sind, weil sie wissen, wie es hier läuft. Danke und verdammt nochmal scheiße, dass auch sie immer mehr lernen, ihr Programm abspulen. Das Programm, was man kennen muss, um in dieser Welt einigermaßen unbeschadet zurechtzukommen. Es hat seine Berechtigung &#8211; dieses Programm. Es schenkt ihnen Schutz, Sicherheit und Ordnung, es schenkt mir Schutz, Sicherheit und Ordnung… und in gleichem Maße kommt es nicht ohne diese tief lähmende Langeweilegefühl aus. Mal poppt die Sicherheit hoch, mal die Langeweile, manchmal ist beides zur gleichen Zeit präsent…</p>



<p>…und dann gibt es diesen einen jemand, der fragt, wie es mir geht. Der das ganze hohle Konstrukt von zeitlichem Ablauf, von hohlen To Dos und Checklisten zur Seite schiebt und sich nur für mich interessiert. Der wahrnimmt, dass ich hier sitze und ich keine leere Hülle bin. Einer, der daran interessiert ist, mehr von mir zu erfahren und mich nicht nur abhakt auf seiner Anwesenheitsliste. Nur dieser eine Blick, der sagt: &#8222;Ich will gerade überhaupt nichts von dir. Ich will gerade nur einen Raum schaffen, in dem du sein magst. In dem nicht nur die Langeweile dich mit auf Reisen nimmt. Ein Raum, der gefüllt ist von all deinen Träumen, die genau hier sein dürfen in dieser Welt. Ich möchte dich daran erinnern, dass es etwas jenseits dieser Langweile gibt. Etwas, das genauso zum Leben gehört wie diese Struktur, die uns Sicherheit und Ordnung schenkt. Es gibt etwas, das genauso zu diesem Leben dazu gehören darf: Verbindung zu dir selbst &#8211;  Verbindung zu deinen Wünschen und Träumen, zu deinem Ausdruck und deiner Lebendigkeit. Das, was dir die Energie schenkt, wieder gestalten zu wollen, dich in dieser Welt hier wirklich einzubringen, auszutreten  aus dem Abspulen der Aufgaben… Es gibt etwas von dir, das genauso in dieses Leben gehört, wie all deine To Dos und Checklisten &#8211; und das bist du!&nbsp;</p>



<p>Danke, dass meine Kinder lernen zu funktionieren und danke, dass es immer wieder diese tollen Begegnungen und Menschen gibt, die uns daran erinnern, dass es mehr gibt als das.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Orientierung und Neugier</title>
		<link>https://www.omni-fides.de/2023/12/11/orientierung-und-neugier</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[omnifides]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 11 Dec 2023 07:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.omni-fides.de/?p=1354</guid>

					<description><![CDATA[Es ist windig, stürmisch, der Hagel fegt mir ins Gesicht. Meine Regenhose klebt eng an meiner Leggings, das Wasser tropft mir von dem Schirm meiner Kapuze hinunter, die ich mir tief ins Gesicht gezogen habe. Tropfen für Tropfen fegt mir das dort gesammelte Regenwasser auf meine Nase und läuft von da an weiter an meinem Gesicht hinunter. Das macht den Kohl auch nicht mehr fett, denke ich. Denn ich bin so nass in meinem Gesicht, dass meine Schminke schon überall...<p class="read-more"><a class="btn btn-default" href="https://www.omni-fides.de/2023/12/11/orientierung-und-neugier">Weiterlesen<span class="screen-reader-text"> Weiterlesen</span></a></p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<div class="podcast_badges">

<div><a href="https://open.spotify.com/show/2hZ40AvgZFcYciDIvG0es0" class="podcast_badge" target="_blank" rel="noopener"><img decoding="async" src="/wp-content/uploads/2023/01/spotify-podcast-badge-blk-grn-330x80-1.png"></a></div>

<div><a href="https://podcasts.apple.com/de/podcast/omni-fides-audioblog/id1668202576" class="podcast_badge" target="_blank" rel="noopener"><img decoding="async" src="/wp-content/uploads/2023/01/DE_Apple_Podcasts_Listen_Badge_RGB.png"></a></div>

<div><a href="https://podcasts.google.com/feed/aHR0cHM6Ly9vbW5pLWZpZGVzLnBvZGNhc3Rlci5kZS9vbW5pLWZpZGVzLWF1ZGlvYmxvZy5yc3M" class="podcast_badge" target="_blank" rel="noopener"><img decoding="async" src="/wp-content/uploads/2023/01/DE_Google_Podcasts_Badge_2x.png"></a></div>

<div><a href="https://music.amazon.de/podcasts/400a6bdb-3626-4660-8631-ddc42396a6fd/omni-fides-audioblog" class="podcast_badge" target="_blank" rel="noopener"><img decoding="async" src="/wp-content/uploads/2023/01/amazon-podcast-badges-619x150-1.png"></a></div>

</div>



<p>Es ist windig, stürmisch, der Hagel fegt mir ins Gesicht. Meine Regenhose klebt eng an meiner Leggings, das Wasser tropft mir von dem Schirm meiner Kapuze hinunter, die ich mir tief ins Gesicht gezogen habe. Tropfen für Tropfen fegt mir das dort gesammelte Regenwasser auf meine Nase und läuft von da an weiter an meinem Gesicht hinunter. Das macht den Kohl auch nicht mehr fett, denke ich. Denn ich bin so nass in meinem Gesicht, dass meine Schminke schon überall hingelaufen ist. &#8211; Ich muss aussehen wie ein dicker Panda, der sich in der Landschaft verirrt hat&#8230;</p>



<p>Die dänische Nordseeküste zeigt sich jetzt im Oktober von seiner stürmischen Seite. Wo ich vor ein paar Monaten noch mit Sonnenbrille und Kleidchen auf der sonnigen Terrasse lag, kämpfe ich jetzt mit der geballten Kraft der Natur. Es hat was Pures, was Reinigendes und gleichzeitig auch eine Spur von Bedrohung. Ich und meine Tochter wollten aber trotz Sturm unbedingt am Anreisetag noch den Strand sehen&#8230; Fluchend krakzeln wir beide die erste sandige Düne hoch. Oben angekommen genießen wir trotz heftigsten Windes und prasselnem Regen den Blick auf eine ruhige Heidelandschaft mit traumhaften grün, braun und lila Tönen&#8230; Der heftige Regen lässt vor meinen Augen alles ein wenig verschwimmen und genau deswegen nehme ich diesen tiefen Duft nach frischem Regen, der salzigen Meeresluft und den sandigen Dünen besonders intensiv wahr. Mit einem inneren Lächeln schmeißen ich und meine Tochter uns in die landschaftlichen Fluten&#8230;</p>



<p>Mit all der angestauten Energie, die wir bei der achtstündigen Fahrt nicht rauslassen konnten, rennen wir die Düne hinunter. Der Regen peitsch uns ins Gesicht, der Regen klebt meine Regenhose dicht an meine Beine und meine Füße machen einen matschigen Schritt nach dem anderen. Wir schließen immer wieder für kleine Augenblicke die Augen, um uns selber zu spüren. Die zahlreichen Eindrücke zu selektieren. Die Eindrücke dieses verschwommenen Blicks irgendwie einzuordnen, unseren Körper bewusst gegen diesen heftigen Wind zu drücken und trotzdem eine Ahnung zu bekommen, wo dieser Weg zum Strand lang führen könnte. &#8211; Kein anderer Mensch hat sich hinaus getraut. Nur wir rennen hier gerade wie zwei kleine bekloppte Rennmäuse durch die Heidelandschaft Richtung Meer. Wir folgen den zahlreichen, kleinen Trampelpfaden, die uns schon andere Menschen vorausgegangen sind und springen immer wieder hin und her, um uns dann wieder eigene Wege zu suchen. Die Landschaft ist flach und übersichtlich. Die nächste Dünenreihe vor uns ist deutlich zu erkennen… die kleinen dahinführenden Wege schlängeln sich vor uns entlang. Immer wieder das feste Ziel im Auge: Das Meer. Zeitweise wird der Regen wieder so heftig, dass wir rückwärts zum Strand laufen müssen. Der Hagel im Gesicht ist zu stark, als dass wir die ganze Zeit vorwärts laufen können.</p>



<p>Mit tierisch Spaß schmeißen wir uns rückwärts gegen den Wind und schleichen so den Weg weiter. So von dieser Perspektive sieht der Weg, den wir schon gegangen sind, ganz anders aus&#8230; Obwohl ich einen dieser zahlreichen Wegmöglichkeiten gerade schon gegangen bin, hätte ich in diesem Moment nicht mehr sagen können, welcher der vier Dünen wir bei unserem Rückweg zum Haus nehmen müssen&#8230; Wo sind Punkte, an denen ich mich orientieren kann? Ich erkenne den struppigen kleinen Strauch, der mitten im Weg seinen Platz gefunden hat und dem Sturm trotzt. Ich erkenne den großen Flecken von grau-grünem Moos, der in einem 45 Grad Winkel rechts von ihm auf dem Boden liegt und die Feuchtigkeit gerade dankbar aufsaugt. Sonst sieht alles so verblüffend gleich aus. Nur wenige kleine Unterschiede kann ich so zurück blickend ausmachen. Dieser kleine trotzdende Strauch, an dem richte ich gedanklich gerade alles aus. Es dämmert mir, dass es vermutlich nicht so leicht wird den richtigen Rückweg und Dünenaufgang ausfindig zu machen.</p>



<p>Da reißt mich meine Tochter aus meinen Gedanken: „Der Regen wird weniger!“ &#8211; Wir beide laufen nun entspannter zum Strand und freuen uns an der Weite des Wassers, das uns das Meer zeigt. Genau so eine Weite wie diese Heidelandschaft, keine festen Punkte zu erkennen, kein Strauch, kein Moos, ständige Bewegung und Dynamik. Ich liebe es und es strengt mich auch an. Ich merke, dass es mir heute schwerfällt mich dieser Lebendigkeit, diesen fehlenden Orientierungspunkten ganz hinzugeben. An was soll ich mich halten, wenn ich den Weg nicht mehr weiß? Ich suche Grenzen im Wasser. Ich suche mehr oder weniger konstante Punkte, an denen ich mich ausrichten kann, die mehr oder weniger sicher sind. Meine Augen haben kaum ein Bezugspunkt. Unendlich weit und frei und gleichzeitig auch wuschelig konstantlos. Das dynamische Chaos der Wellen, das war die einzige Konstante, die ich finden konnte. Wir drehen um, laufen über den Sand, die Gräser, die erste Dünengruppe und finden den Strauch in der Heide.</p>



<p>Bis hierhin fühle ich mich sicher mit dem Weg. Ich weiß, hier war ich schon mal. Von hier aus ging es weiter. Ich spüre diese tiefe Verbindung mit diesem kleinen, feinen, konstanten und sicheren Strauch, der mir die Chance bietet kurz durchzuatmen. Von diesem Flecken Erde aus kann ich weiter durchstarten. Hier ist es erstmal sicher. „Ich bin auf dem richtigen Weg.“ &#8211; Auch wenn ich keine Ahnung habe, welche der vier Dünenaufgänge vor mir nun meiner ist. Ich spüre eine orientierte Basis in dieser Landschaft, in der alles so gleich aussieht.</p>



<p>Meine Tochter läuft vorweg. Sie läuft und freut sich, dass der Regen endlich aufgehört hat und auch ein bisschen auf die heiße Schokolade und den Kaminofen. Sie läuft einfach irgendeinen dieser vier Aufgänge hoch, die vor uns liegen. &#8222;Äh, weißt du wo wir hoch müssen? Ich hab gerade keine Ahnung!&#8220; schreie ich noch hinter ihr her. &#8222;Ich guck mal eben Mama!&#8220; Sie guckt und tut. &#8211; Ich denke vor mich hin&#8230; Sie probiert es einfach aus, ist voller Neugier und lässt sich treiben. Ich stelle Ideen auf. Ich versuche mich an schon Bekanntes zu erinnern und daraus einigermaßen sicherer Rückschlüsse zu ziehen, um uns sicher von hier nach Hause zu bringen. Meine Tochter macht einfach und läuft. Sie läuft und freut sich. Kommt von der ersten Düne lachend zurück: „Die war es nicht. Hinter der Düne ist ein anderes Haus als vorhin!“&#8230; und läuft zur nächsten. Ich betrachte dieses Schauspiel und beschließe mich ganz auf ihre Art der Orientierung zu verlassen und meinen Kopf mal auszuschalten. Sie läuft von einem gemeinsamen sicheren Punkt und erkundet, probiert aus und ist voller Zuversicht. Gerade mal keine Spur von Sorge, Angst oder Genervt sein&#8230;</p>



<p>Ist es wirklich so, dass wir scheinbar so erwachsene Menschen uns ständig versuchen mental zu orientieren? Irgendwie auf logische Art und Weise zu erfassen wo wir gerade sind, wer wir sind und wie wir da sind? Wir sind Künstler uns Gedanken im Kopf zu machen, Themen und Dinge bis zum letzten Funken zu zerreden. Wann kommen wir denn ins Tun? Wann fangen wir einfach mal an, auch auf die Gefahr hin.. ja auf welche Gefahr eigentlich? Meine Tochter kommt atemlos bei mir an. &#8222;Ich hab den richtigen Aufgang Mama. Der da!&#8220;&#8230; Lachend folge ich ihr und bewundere diese leichte Art und Weise der Neugierde und der Idee nicht erstmal alles mental zu durchdenken. Diese Sicherheit in ihr Dinge einfach auszuprobieren und wirklich zu erfahren.</p>



<p>„Was du nicht im Kopf hast, das hast du in den Beinen!“ Ist doch ein altes Sprichwort. Manchmal glaube ich, dass es sich lohnen würde mehr Training in meinen Körper zu investieren, als mir ständig über alles Gedanken zu machen und am besten im Voraus zu planen. Würde ich dann nicht auch mit mehr Leichtigkeit und Neugierde ins Ausprobieren gehen und mir sicher sein, dass mein ganzer Körper, mein Kopf und meine Gefühle diese neuen Eindrücke liebend und wertschätzend willkommen heißen?</p>



<p>Denn eines ist sicher: Nur meine Tochter allein weiß in unserer Familie bis heute, wie die Häuser hinter den anderen Dünenaufgängen ausgesehen haben. Ich habe bis heute nur ihre Erzählung und kein eigenes Bild&#8230;</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Patronusmoment</title>
		<link>https://www.omni-fides.de/2023/10/04/patronusmoment</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[omnifides]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 04 Oct 2023 06:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.omni-fides.de/?p=1333</guid>

					<description><![CDATA[Ich halte meine Augen weit auf und spüre, wie sie anfangen leicht zu brennen und sich mit Tränen zu füllen. Ich schlucke meine Berührtheit runter… Ein dicker Kloß, gespickt mit Traurigkeit, Angst, Sorge und Verzweiflung… Ein bisschen meins, ein bisschen von all dem, was von Außen kommt… … Ich sitze im Theater “Harry Potter und das verwunschene Kind”&#8230; Das erste Mal seit Jahren, dass ich alleine mit meiner Tochter unterwegs bin. Ihr Geburtstagsgeschenk&#8230; &#8222;Sie ist ja so schrecklich schnell groß...<p class="read-more"><a class="btn btn-default" href="https://www.omni-fides.de/2023/10/04/patronusmoment">Weiterlesen<span class="screen-reader-text"> Weiterlesen</span></a></p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<div class="podcast_badges">

<div><a href="https://open.spotify.com/show/2hZ40AvgZFcYciDIvG0es0" class="podcast_badge" target="_blank" rel="noopener"><img decoding="async" src="/wp-content/uploads/2023/01/spotify-podcast-badge-blk-grn-330x80-1.png"></a></div>

<div><a href="https://podcasts.apple.com/de/podcast/omni-fides-audioblog/id1668202576" class="podcast_badge" target="_blank" rel="noopener"><img decoding="async" src="/wp-content/uploads/2023/01/DE_Apple_Podcasts_Listen_Badge_RGB.png"></a></div>

<div><a href="https://podcasts.google.com/feed/aHR0cHM6Ly9vbW5pLWZpZGVzLnBvZGNhc3Rlci5kZS9vbW5pLWZpZGVzLWF1ZGlvYmxvZy5yc3M" class="podcast_badge" target="_blank" rel="noopener"><img decoding="async" src="/wp-content/uploads/2023/01/DE_Google_Podcasts_Badge_2x.png"></a></div>

<div><a href="https://music.amazon.de/podcasts/400a6bdb-3626-4660-8631-ddc42396a6fd/omni-fides-audioblog" class="podcast_badge" target="_blank" rel="noopener"><img decoding="async" src="/wp-content/uploads/2023/01/amazon-podcast-badges-619x150-1.png"></a></div>

</div>



<p>Ich halte meine Augen weit auf und spüre, wie sie anfangen leicht zu brennen und sich mit Tränen zu füllen. Ich schlucke meine Berührtheit runter… Ein dicker Kloß, gespickt mit Traurigkeit, Angst, Sorge und Verzweiflung… Ein bisschen meins, ein bisschen von all dem, was von Außen kommt…</p>



<p>… Ich sitze im Theater “Harry Potter und das verwunschene Kind”&#8230; Das erste Mal seit Jahren, dass ich alleine mit meiner Tochter unterwegs bin. Ihr Geburtstagsgeschenk&#8230; &#8222;Sie ist ja so schrecklich schnell groß geworden, meine Kleine!&#8220;</p>



<p>Professor Dumbledore… Schon in den Büchern und Filmen für mich so wirklich, echt und tief und jetzt hier scheinbar so lebendig und greifbar auf der Bühne.&nbsp; “Das Leiden gehört zum Menschsein dazu. Es gibt kein Glück ohne Leid.” &#8211; “Oh ja!”, schreie ich innerlich “Ich weiß das!”&nbsp; Und dann blinzle ich zu meiner Tochter rüber die leicht genervt von dem langweiligen Gerede auf der Bühne, die Augen verdreht. Ich schmunzle leicht… “Ich weiß es so gut, dass dieses Gefühl von Leid so wichtig ist und dass es nichts ist, was ich meinen Kindern vorenthalten kann, darf oder muss. Ohne Leid kein Glück &#8211; und doch will ich, dass sie möglich ohne viel Leid zu erfahren glücklich werden in ihrem Leben…&nbsp;</p>



<p>Und dennoch steht ein heroisch, tapferer Teil in mir jeden Morgen auf und versucht all das Leid von meinen Kindern abzuwenden,&nbsp;das diese Erde so zu bieten hat: Mobbing unter Schülern, das Gefühl der eigenen Inkompetenz in der Schule, Mobbing wegen der falschen Kleidung, der falschen Musik, der falschen Figur, der falschen Frisur… Alles im Überblick halten und bloß alles irgendwie kontrollieren…</p>



<p>Ich lusche nochmal zu ihr rüber und spüre meine endlose Liebe und diese immense Kraft, die ich bereit bin aufzuwenden, damit diesem Kind kein Leid widerfährt und doch spüre ich in diesem Moment in Mitten von über 1000 Menschen, dass ich es niemals schaffen werde. Ich werde kläglich scheitern an meinem Anspruch, dass mein Kind kein Leid widerfahren darf und ein Teil von mir weiß, dass das so richtig und wichtig ist und trotzdem fühle ich mich gerade wie die Mutter, die es einfach nicht gebacken bekommt. Selbst mit dem Wissen, dass es wichtig ist, dass ich an diesem Anspruch scheitere. Dass es wichtig ist, dass ich diesem Anspruch nicht allzu viel Raum gebe und ich mein Kind durch all diese Erfahrungen begleite, die das Leben zu bieten hat, fühle ich mich in dieser Sekunde für einen kurzen Augenblick in höchstem Maße inkompetent.&nbsp;</p>



<p>Was ist es denn, was ich meinem Kind mitgeben kann auf seinem eigenen Weg ins Leben, wenn es nicht meine 1000 Arme, Hände und Füße sind, die jeden Stolperstein und jeden Schmerz aus dem Weg räumen? Was ist es denn, was ich dazu beitragen kann, dass dieses Kind sich im Leben gehalten fühlt, auch wenn es durch all diese unangenehmen Gefühle wie Ekel, Angst, Scham und Trauer gehen muss?</p>



<p>“Was ist eigentlich dein Patronus?”, frage ich auf dem Heimweg meine Tochter im Auto. “Häää?”- “Was ist das schönste Erlebnis, an das zu denken würdest, wenn du deinen Patronus heraufbeschwörst, um die Dementoren zu verjagen?” Mit “Ich weiß es nicht, Mama.” schiebt meine Tochter meine Frage zur Seite. Es gibt ein Alter, da kommen solche Art Fragen nicht so passend, merke ich…</p>



<p>… “Ich weiß es auch nicht.” spreche ich leise. Abi in der Tasche, Geburt meiner Kinder, Hochzeit… Die klassischen Erlebnisse gehen mir durch den Kopf. Mit all diesen Erlebnissen verbinde ich nie 100%-iges Glück. Die Geburt meiner Kinder war natürlich tief bewegend, aber auch höllisch anstrengend und schmerzhaft. Meine Hochzeit war wunderbar und gleichzeitig voll von Strukturen und geplanten Abläufen, die mir nicht oft die Möglichkeit geschenkt haben, genau im Moment zu sein und wirklich zu hundert Prozent zu genießen…&nbsp;</p>



<p>So gehe ich ein wenig enttäuscht und traurig in den Samstagabend mit einem Fragezeichen und einem Loch in mir drin, das eigentlich gefüllt sein sollte mit Glücksmoment… Habe ich überhaupt mal sowas, wie einen ultimativen Glücksmoment erlebt? Wie fühlt sich das eigentlich an, so ganz und gar vom Glück durchflutet zu sein? Geht das überhaupt? Oder macht sich der Schmerz in Windeseile wieder Platz? Kribbelt es durch meinen ganzen Körper, wenn der Patronusmoment da ist? Fühle ich mich dann leicht, wie eine Feder oder tief schwer und geerdet?</p>



<p>Bei 24 Grad laufe ich an diesem Septemberabend über feuchtes Gras und schließe die Augen. Die Bäume im Nachbargarten wehen im Wind leicht hin und her und es hört sich fast ein bisschen so an, wie Meeresrauschen… Ich denke an unseren Sommerurlaub… Abendsonne, leichter Wind, spielende und ausgelassene Kinder, die ihrem eigenen Rhythmus nachgehen, sich im Spiel verlieren, frei sind… Mein Blick über die ruhige Landschaft, das Kinderlachen um mich herum, mein Mann neben mir, in die gleiche Richtung schauend. Keine Erwartungen, die ich zu erfüllen habe, keine Gefahr, die ich in diesem Moment aus dem Weg räumen will. Leichtigkeit in mir drin, Erdung in meinen Füßen, Wärme auf meiner Haut, Gedankenleere in meinem Kopf, Raum… Nie habe ich mehr Glück empfunden… Wie kitschig simple diese Szene ist, schenkt sie mir das zutiefst empfundene Glück auf dieser Erde: Meinen eigenen Rhythmus, meine Verbundenheit mit mir selbst, diese Gestaltungsfreude und Freiheit meiner Kinder um mich herum, dieses tiefe Vertrauen, dass sie ihren Weg machen werden, meine Verbindung zu meinem Mann, mich gehalten und gleichzeitig frei zu fühlen. Wie kitschig glücklich ich mich gerade fühle, dass ich bestimmt 1000 Dementoren mit diesem einzigen Glücksmoment verscheuchen könnte…</p>



<p>Ich atme tief durch und spüre, dass ich eigentlich so wenig brauche und schon so viel habe, was ich nur genau in diesem Moment spüren und wahrnehmen darf. Ich brauche nichts erledigen, ich brauche nichts konstruieren, ich brauche nichts erstellen und fixieren. Ich brauche nichts pushen, drücken oder in Form pressen. Ich darf einfach mit offenen Augen durch diese Welt gehen. Ich darf immer wieder dafür sorgen, dass ich mich so klar und selbstverbunden durch diese Welt bewege, sodass ich keinen dieser Patronusmomente, die auf meinen Weg liegen, verpasse. Und liegt dann nicht das größte Geschenk an meine Kinder darin, dass ich sie immer wieder daran erinnere diese Glücksmomente mit jeder Faser einzusaugen und das Licht für all die Schmerzen und all das Leid, was sie noch spüren werden, größer werden zu lassen… Dafür braucht es nicht viel… Dafür braucht es den offenen und weiten Fokus und die Verbindung zum Augenblick, der uns allzu oft so schwer fällt wirklich zuzulassen… Uns einzulassen auf all das Glück, was diese Welt uns spüren lassen will&#8230;</p>



<p></p>



<p></p>



<p></p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Pimp up your life</title>
		<link>https://www.omni-fides.de/2023/09/01/pimp-up-your-life</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[omnifides]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 01 Sep 2023 06:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.omni-fides.de/?p=1319</guid>

					<description><![CDATA[“Wollen Ihre Kinder noch extra Sahne? Welches Topping? &#8211; Schokostreusel, Bunte Streusel, Krokant, Früchte, Mandelsplitter?” &#8211; Ich blicke meine Kinder fragend an. Meine Kinder gucken halb freudestrahlend &#8211; wegen der Aussicht auf noch mehr Fett und Zucker- , halb überfordert. Was soll ich nur nehmen und was sagt Mama dann zu meiner Entscheidung? Mit einem Blick, der schreit: “Entscheidet euch bitte, die Schlange hinter uns ist lang und wird gefühlt jede Minute länger!”, schaue ich meine Kinder an. Sie fangen...<p class="read-more"><a class="btn btn-default" href="https://www.omni-fides.de/2023/09/01/pimp-up-your-life">Weiterlesen<span class="screen-reader-text"> Weiterlesen</span></a></p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<div class="podcast_badges">

<div><a href="https://open.spotify.com/show/2hZ40AvgZFcYciDIvG0es0" class="podcast_badge" target="_blank" rel="noopener"><img decoding="async" src="/wp-content/uploads/2023/01/spotify-podcast-badge-blk-grn-330x80-1.png"></a></div>

<div><a href="https://podcasts.apple.com/de/podcast/omni-fides-audioblog/id1668202576" class="podcast_badge" target="_blank" rel="noopener"><img decoding="async" src="/wp-content/uploads/2023/01/DE_Apple_Podcasts_Listen_Badge_RGB.png"></a></div>

<div><a href="https://podcasts.google.com/feed/aHR0cHM6Ly9vbW5pLWZpZGVzLnBvZGNhc3Rlci5kZS9vbW5pLWZpZGVzLWF1ZGlvYmxvZy5yc3M" class="podcast_badge" target="_blank" rel="noopener"><img decoding="async" src="/wp-content/uploads/2023/01/DE_Google_Podcasts_Badge_2x.png"></a></div>

<div><a href="https://music.amazon.de/podcasts/400a6bdb-3626-4660-8631-ddc42396a6fd/omni-fides-audioblog" class="podcast_badge" target="_blank" rel="noopener"><img decoding="async" src="/wp-content/uploads/2023/01/amazon-podcast-badges-619x150-1.png"></a></div>

</div>



<p>“Wollen Ihre Kinder noch extra Sahne? Welches Topping? &#8211; Schokostreusel, Bunte Streusel, Krokant, Früchte, Mandelsplitter?” &#8211; Ich blicke meine Kinder fragend an. Meine Kinder gucken halb freudestrahlend &#8211; wegen der Aussicht auf noch mehr Fett und Zucker- , halb überfordert. Was soll ich nur nehmen und was sagt Mama dann zu meiner Entscheidung?</p>



<p>Mit einem Blick, der schreit: “Entscheidet euch bitte, die Schlange hinter uns ist lang und wird gefühlt jede Minute länger!”, schaue ich meine Kinder an. Sie fangen an zu überlegen, “Ich will Schoko. Ich will bunte Streusel oder nein, geht auch beides zusammen? Mama, was ist eigentlich Krokant?”</p>



<p>Die Eisverkäuferin guckt mich an und ihre müden Augen verraten mir, dass sie Ihren Fragefluss bezüglich des Toppings schier 100 Mal am Tag runterrattern muss. Und die anschließende Beobachtung, wie sich zwei Kinder und ihre Eltern in gefühlten zwei Sekunden darauf einigen bzw. einigen müssen, was die angemessene Dosis an Zucker und Fett ist, beobachtet sie wohl auch nicht zum ersten Mal.</p>



<p>“Äh, keine Ahnung!”, rühre ich mich aus meiner Starre. Wir nehmen bitte beide Kugeln mit Schoko”, versuche ich das hier mal abzukürzen. &#8211; Großer Fehler, wie sich herausstellte. “Ich wollte kein Schoko, Mama! Ich wollte doch bunte Streusel und Schokostreusel zusammen und noch ein bisschen von diesem Krokant probieren. &#8222;Das esse ich so nicht Mama!&#8220;, schreit mir meine Tochter mit einer dicken Schnute entgegen. Ich atme tief ein, nehme das Eis und verschiebe diese Diskussion an den Rand des Eiscafés.</p>



<p>Geschlagene fünf Minuten mache ich meinen Töchtern dieses Eis mit Schokostreuseln schmackhaft! &#8211; Das Eis läuft mir bei der Hitze schon tröpfchenweise auf die Hand. “Na gut, dann nehmen wir es eben.”, begnadigen mich meine Töchter nach gefühlten Stunden der Argumentation.</p>



<p>Wie viel Flut an Möglichkeiten und Auswahl habe ich eigentlich täglich? Beim belegten Brötchen im Bäcker, bei der Auswahl des Menüs im McDonalds, bei der Kosmetikerin in der Gesichtspflege &#8211; mit oder ohne dem neuem Arganöl für extra weiche Haut, Wollen Sie eine spezielle Handpflege?, Augenbrauen färben oder doch nur zupfen? , beim Urlaub (mit oder ohne Frühstück, vegetarisch, vegan?!). &#8211; Ich bin ständig konfrontiert mit einer Fülle an Momenten, die mein Sortieren, Abwägen und Antworten erfordern… Ey, beim Eis will ich das nicht auch noch müssen. Diese Fülle an Möglichkeiten sind mir echt zu viel.&nbsp;</p>



<p>Ich sitze erschöpft auf der Bank beim Eiscafé und schaue meinen Kindern dabei zu, wie sie mit ihrer Kugel Eis über die Wiese springen. Nicht genau das Eis, was sie wollten, aber es geht doch. Sieht nicht aus, als ob es ihnen jetzt komplett missfällt. &#8222;Man kann sich damit wohl arrangieren”, schmunzel ich in mich hinein. </p>



<p>Darf mir eigentlich nicht einfach auch mal was nicht hundertprozentig zusagen? Kann ich einfach auch mal leben, ohne alles zu 100% individualisiert und auf mich persönlich zugeschnitten zu haben? Wäre es dann nicht leichter? Was ist das für eine Idee, dass ich mit dem Druck von 15 eiswütigen kleinen und großen Menschen im Rücken, die gefühlt schon 20 Minuten anstehen für ihre Eiswaffel, mich für meinen Individualisierungswunsch entscheiden soll und zwar ein bisschen flotti. Das wird so natürlich nicht verbal geäußert. Blicke und leises Augenverdrehen und Abwenden genügen mir als Reaktion auf meine verminderte Entscheidungsfreude aber völlig. &#8211; Man will mir ja schließlich auch was Gutes tun und es genau so machen, wie ich es mir so wünsche. Nichts von der Stange. Nein genau das, was ich mir in diesem Moment brauche.</p>



<p>Aber dafür brauche ich Zeit. Ich will doch in mich hinein fühlen können, auf was ich gerade Hunger habe. Ich will doch nicht unter Druck entscheiden, was ich jetzt gerade möchte, und die Wahl der Zuckerstreusel ist auch auf keinen Fall in diesem Moment lebensnotwenig. Ich wollte einfach nur ein kleines Eis kaufen, ohne viel Tamtam. Stattdessen spüre ich die Überforderung meiner Kinder, jetzt in der Schnelle der Zeit eine passende Antwort zu finden, über die sich diese beiden kleinen Wesen nicht in zwei Minuten selber ärgern, weil eine andere Toppingentscheidung noch perfekter gewesen wäre. Produziere ich mit so viel Auswahl an Möglichkeiten gekoppelt mit zu wenig Zeit zum wirklich bewussten Auswählen, nicht lauter frustrierte kleine und große Menschen, die völlig genervt sind, weil sie immer wieder spüren, dass sie nicht den Raum haben, wirklich in sich hineinzuhören. Ist nicht dieser Überschwung an Möglichkeiten das, was uns in etwas hineinwirft, was immer weniger lebenstauglich wird? Geht denn Eis nicht mehr ohne passendes, individuelles Topping? Geht Kosmetik nicht mehr ohne regenerierende Gesichtsmaske, Augenbrauenzupfen und Wimpern färben? Geht denn die Juniortüte nicht mehr nur mit Burger, Pommes und ner kleinen Fanta? Muss es sein, dass mein Kind das Geschenk selber aussuchen darf? &#8211; Warum braucht es überhaupt so ein Plastikspielzeug beim Essen? </p>



<p>Was wäre eigentlich, wenn das Leben weniger Möglichkeiten zur Auswahl und zur Individualisierung bereit halten würde? Oder was wäre, wenn die Möglichkeiten der Auswahl bleiben und wir uns gegenseitig mehr Raum zur Entscheidung und zum Hineinhorchen geben würden? Bei welchen Themen würdest du dich über die Möglichkeit freuen zu individualisieren und bei welchen Dingen würdest du dich freuen, weniger Auswahl zu haben und simplere Entscheidungen treffen zu können? </p>



<p>Dieses Eiscafé verankere ich in meinem Muttersein doch als Ort mit dem Prädikat “Uiii….Potenzielle Kampfgefahr &#8211; innerlich mit mir und äußerlich mit meinen Kindern!” </p>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity"/>



<p>Ach, beim nächsten Mal, da überlegst und diskutierst du halt schon in der Schlage beim Warten mit den Kindern, was sie möchten.&nbsp;Das Angebot ist ja jetzt hinreichend bekannt.</p>



<p>Drei Tage später mit großen Vorsatz stehe ich in der Eiscafé-Schlange und kläre bereits im Vorfeld ab, welche Wünsche meine Kinder bezüglich Eissorte und Topping haben.&nbsp;Die Eisverkäuferin grinst mich an und begrüßt mich nett. Mir scheint, als ob sie unsere Gesichter noch in ihrem Gedächtnis gespeichert hat.&nbsp;</p>



<p>Ich bestelle: “Kind 1 bitte eine Kugel Schoko mit bunten Streuseln und Kind 2 bitte eine Kugel Vanille mit bunten Streuseln.” &#8211; Die Eisverkäuferin schaut mich mit einem mitleidigen Blick an und sagt “ Bunte Streusel sind heute leider aus.”</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Wunderglaube</title>
		<link>https://www.omni-fides.de/2023/08/02/wunderglaube</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[omnifides]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 02 Aug 2023 06:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.omni-fides.de/?p=1291</guid>

					<description><![CDATA[Sie würfelt: Die Augen zeigen Zwei, Drei, Vier und zwei Fünfen. Auf ihrem Zettel ist die große Straße noch frei. „Check, jetzt in zwei Würfen aus der einen Fünf ne Eins oder Sechs und dann sind die Punkte der großen Straße gesichert.“ &#8211; Mein Kind sieht das anders. Sie schmeißt mit einem Schwung die Zwei, die Drei und die Vier zurück, behält die zwei Fünfen und schüttelt den Becher, inklusive der drei Würfel energisch. „Was machst du denn da?“, frage...<p class="read-more"><a class="btn btn-default" href="https://www.omni-fides.de/2023/08/02/wunderglaube">Weiterlesen<span class="screen-reader-text"> Weiterlesen</span></a></p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<div class="podcast_badges">

<div><a href="https://open.spotify.com/episode/0JBJN7ikUauDt9eHMRNKBI" class="podcast_badge" target="_blank" rel="noopener"><img decoding="async" src="/wp-content/uploads/2023/01/spotify-podcast-badge-blk-grn-330x80-1.png"></a></div>

<div><a href="https://podcasts.apple.com/de/podcast/wunderglaube/id1668202576?i=1000623137882" class="podcast_badge" target="_blank" rel="noopener"><img decoding="async" src="/wp-content/uploads/2023/01/DE_Apple_Podcasts_Listen_Badge_RGB.png"></a></div>

<div><a href="https://podcasts.google.com/feed/aHR0cHM6Ly9vbW5pLWZpZGVzLnBvZGNhc3Rlci5kZS9vbW5pLWZpZGVzLWF1ZGlvYmxvZy5yc3M/episode/cG9kLWU5NjFhNDVmY2YxMDg0MzY3NzBhMjdkZDZk" class="podcast_badge" target="_blank" rel="noopener"><img decoding="async" src="/wp-content/uploads/2023/01/DE_Google_Podcasts_Badge_2x.png"></a></div>

<div><a href="https://music.amazon.de/podcasts/400a6bdb-3626-4660-8631-ddc42396a6fd/episodes/e1a760c8-c57b-42e1-a69d-cd3edf918d17/omni-fides-audioblog-wunderglaube" class="podcast_badge" target="_blank" rel="noopener"><img decoding="async" src="/wp-content/uploads/2023/01/amazon-podcast-badges-619x150-1.png"></a></div>

</div>



<p>Sie würfelt: Die Augen zeigen Zwei, Drei, Vier und zwei Fünfen. Auf ihrem Zettel ist die große Straße noch frei. „Check, jetzt in zwei Würfen aus der einen Fünf ne Eins oder Sechs und dann sind die Punkte der großen Straße gesichert.“ &#8211; Mein Kind sieht das anders. Sie schmeißt mit einem Schwung die Zwei, die Drei und die Vier zurück, behält die zwei Fünfen und schüttelt den Becher, inklusive der drei Würfel energisch. „Was machst du denn da?“, frage ich mit runzelnder Stirn. „Ich will noch einen Kniffel, Mama!“ &#8211; „Aber du hättest doch ne ziemlich große Chance gehabt die große Straße zu bekommen. Das sind immerhin auch 40 Punkte.“ &#8211; „Aber Mama, für den Kniffel gibts immer die meisten Punkte und ich schaff das.“ Und was soll ich sagen? &#8211; Sie hat&#8217;s geschafft. Sie hat sich gefreut wie ein Honigkuchenpferd. Ihr Verlieren in den ganzen Spielen zuvor war vergessen. Die Freude über das aktuelle Gewinnen rechtfertigte in ihren Augen jeden Frust des vorherigen Scheiterns, des Ausprobierens, des Übens.</p>



<p>Sind Kinder einfach geübter als wir zu scheitern? Ihrem Frust Ausdruck zu verleihen? &#8211; Ihn damit aber auch wieder loszulassen und freier in den nächsten Versuch zu starten? Sind sie einfach noch nicht so voll mit den Gefühlen von Scheitern und Misserfolg? &#8211; Aber wie oft scheitert ein Kind im Laufe seiner Entwicklung daran, sich aus eigener Kraft aufzurichten? &#8211; Alleine die ersten Schritte zu gehen? Wie oft scheitert ein Kind daran sich verständlich auszudrücken und spürt den Frust, von der eigenen Mutter nicht verstanden zu werden? &#8211; Und trotzdem sitzt dieses Kind nun vor mir und ist bereit das Risiko einer erneuten Frusterfahrung einzugehen, nur für die Chance einer kleinen Wundererfahrung. Ich empfinde das als mutig &#8211; zutiefst mutig und spüre gleichzeitig, dass ich nicht mehr mit diesem offenen Blick für Wunder und dieser Risikobereitschaft durch die Welt gehe. Ich verhalte mich irgendwie klarer, kalkulierbarer, kontrollierbarer, berechenbarer. Der ganze Glitzerstaub, der Sinn für Wunder scheint woanders hingeweht. Wohin denn eigentlich?</p>



<p>Ich als Mutter will nicht verschweigen, dass ich die Äußerung meiner Kinder von Frust, Wut und Motivationslosigkeit nicht immer als angemessen empfinde… Sie erschöpfen mich bisweilen durchaus bis zum Rande meiner Energie… und doch spüre ich diese ungeheure Freude und Energie an Wunder zu glauben &#8211; An das, was ich erwachsene Mutter passé als unrealistisch abstrafe. Ich beobachte mein Kind dabei, wie es sich beim Kniffelspielen daran hängt zu glauben, dass ihr in jedem Durchgang mindestens ein Kniffel zusteht und das imponiert mir und verwirrt mich gleichermaßen. „Wie kann man so unrealistisch in die Welt blicken?“, denke ich mir gerade. „Oder steht mir nur ständig meine Logik im Weg?“ &#8211; Die Gedanken an die Berechnung von Wahrscheinlichkeiten? Gepaart mit inneren Glaubenssätzen, dass ich es sowieso nicht schaffe, es die emotionalen Aufregungsmühe auch nicht Wert sei und mich in meiner inneren Vorstellung nur all zu gerne bestätigt sehe, wenn ich auch aus dieser Runde ohne Kniffel raus gehe.</p>



<p>Was passiert da, dass ich mit diesem Fokus des „NICHTWUNDERS“ durch die Welt laufe? Warum meine ich eigentlich so oft zu wissen was passieren wird? &#8211; Meine Erfahrung begrenzt meine Möglichkeiten. Spannend! &#8211; Ist das wirklich so oder ist es nur meine starre, innere Vorstellung, die mich davor schützen will, dass ich mich an ein Wunder klammere, um dann doch enttäuscht zu werden? Ich habe keinen Elan mehr mein Risiko auf Enttäuschung zu testen, auszureizen, zu erschöpfen. Ich bin nämlich in vielen Momenten all zu oft selber einfach zu erschöpft. Das was oben drauf kommt zu meinem <em>Daily Business</em>, kann genau das sein, was das Fass zum Überlaufen bringt. Ich habe das tiefe Bedürfnis nahezu alles kontrollierbar zu halten, weil es mich in der Masse schon im „Normalen“ droht aus der Bahn zu werfen. Das Risiko auf Enttäuschung kann ich nicht mehr Halten. Oder kann ich das Risiko für Wunder nicht mehr halten? &#8211; Ich bin mir gerade gar nicht so sicher, ob mich eine weitere Enttäuschung oder ein wirkliches, kleines Wunder mehr aus meiner eingefahrenen Bahn werfen würde? Eine Enttäuschung bestätigt mich in meinem inneren kleinen Glaubenssatz, dass ich ja sowieso den Kniffel nie würfeln werde. Ein Kniffelwunder, würde mich vermutlich so verwirren, dass ich ja meinen inneren Glaubenssatz in Frage stellen müsste, könnte, sollte … Und würde das bedeuten, dass ich auch in anderen Lebensbereichen offener für Wunder sein müsste, könnte, sollte? … Wie würde das doch alles durcheinander bringen? &#8211; Jetzt schaffe in meinen Alltag doch gerade so. Wie ist es erst, wenn nochmal alles durcheinander gebracht wird und sich neu sortieren muss. Eine Neusortierung ist nicht unanstrengend… Erstmal fordert sie ziemlich viel Energie, bis vielleicht, ganz eventuell auch mehr Ruhe einkehren würde&#8230;</p>



<p>Wie oft klammere ich mich an einer Wunder? Wie oft traue ich mich zu glauben, dass etwas so unerwartet gut ausgeht, dass meine Freude mich schier sprengen könnte. Schnell ist der instinkthafte Wunsch nach Schutz in allem Berechenbaren so groß, dass es mich scheinbar sicher sein lässt und es sich gleichzeitig auch irgendwann unendlich langweilig anfühlt.</p>



<p>Ich sehe gerade mein Kind, dass vor Freude durch den Raum tanzt, weil es mit Hilfe ihres Kniffeln eindeutig gewonnen hat.</p>



<p>Ich habe die erste Runde gewonnen und habe es mit so einer Art „Oh ja, da habe ich aber mal Glück gehabt&#8220; und einem kleinen, mühevollen Lächeln abgetan… Rechne in meinem Kopf schon die Wahrscheinlichkeit dafür aus, überhaupt mal wieder beim Kniffeln zu gewinnen&#8230; Spüre wie gering die Chance ist, dass sich dies wiederholt und betäube meine Freude, damit ich mich ja nicht zu sehr an Wunder gewöhne. Wunder sind nicht berechenbar. Sie sind eben nicht verlässlich. Sie haben ihre eigene Laune, ihren eigenen Rhythmus und sind nicht kontrollierbar oder bestechlich.</p>



<p>Ja, das alles stimmt so und jetzt gerade habe ich Glück gehabt. Ich, die nur selten auf einen Kniffel spielt, habe höchstens zufällig diese sechs gleichen Augenzahlen bei drei Würfen. Ich versuche meinen Glaubenssatz zu schützen, ihn in meinem Kopf stabil zu halten… Das Wunder schiebt von jeder Seite… Jetzt gerade hab ich ein kleines glitzerndes Kniffelwunder geschenkt bekommen und das rüttelt tatsächlich doch ein wenig an meinen ganzen eingefahrenen, kalkulierbaren und gleichzeitig auch kontrollierbaren Glaubenssätzen – Vielleicht sind doch mehr Wunder auf meinem Weg, als ich meine?! Und vielleicht braucht es diese kleinen Momente, in denen ich zulassen kann und will, dass diese kleinen Wunder Spuren in mir hinterlassen dürfen und eine Neusortierung in Gang setzen&#8230;</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Hol dich selber ein&#8230;</title>
		<link>https://www.omni-fides.de/2023/06/12/hol-dich-selber-ein</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[omnifides]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 12 Jun 2023 06:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.omni-fides.de/?p=1209</guid>

					<description><![CDATA[Manchmal erschrecke ich mich vor meiner eigenen Schnelligkeit. Man könnte sagen, dass es eine tolle Sache sei, Dinge, Zustände, Situationen schnell und zügig zu überblicken, den Fokus weit zu stellen und schnell zu agieren. Oft ist es auch so&#8230; und dann gibt es diese Tage, da entdecke ich die Schattenseiten dieser Schnelligkeit &#8211; Dieser raschen Auffassungsgabe und Reizverarbeitung. Ich tanze gefühlt auf allen Hochzeiten – Multitasking soll es ja doch nicht geben, habe ich letztens irgendwo gelesen – Ich könnte...<p class="read-more"><a class="btn btn-default" href="https://www.omni-fides.de/2023/06/12/hol-dich-selber-ein">Weiterlesen<span class="screen-reader-text"> Weiterlesen</span></a></p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<div class="podcast_badges">

<div><a href="https://open.spotify.com/episode/6MDkNT46z3ukpXKwp44FPP" class="podcast_badge" target="_blank" rel="noopener"><img decoding="async" src="/wp-content/uploads/2023/01/spotify-podcast-badge-blk-grn-330x80-1.png"></a></div>

<div><a href="https://podcasts.apple.com/de/podcast/hol-dich-selber-ein/id1668202576?i=1000616598942" class="podcast_badge" target="_blank" rel="noopener"><img decoding="async" src="/wp-content/uploads/2023/01/DE_Apple_Podcasts_Listen_Badge_RGB.png"></a></div>

<div><a href="https://podcasts.google.com/feed/aHR0cHM6Ly9vbW5pLWZpZGVzLnBvZGNhc3Rlci5kZS9vbW5pLWZpZGVzLWF1ZGlvYmxvZy5yc3M/episode/cG9kLTNiZTM1MDJjNjcxZDY5Y2YzMjhkMjQ4ODYy" class="podcast_badge" target="_blank" rel="noopener"><img decoding="async" src="/wp-content/uploads/2023/01/DE_Google_Podcasts_Badge_2x.png"></a></div>

<div><a href="https://music.amazon.de/podcasts/400a6bdb-3626-4660-8631-ddc42396a6fd/episodes/6f3f43e2-0abe-4560-8ef2-c1dea3228f4d/omni-fides-audioblog-hol-dich-selber-ein" class="podcast_badge" target="_blank" rel="noopener"><img decoding="async" src="/wp-content/uploads/2023/01/amazon-podcast-badges-619x150-1.png"></a></div>

</div>



<p>Manchmal erschrecke ich mich vor meiner eigenen Schnelligkeit. Man könnte sagen, dass es eine tolle Sache sei, Dinge, Zustände, Situationen schnell und zügig zu überblicken, den Fokus weit zu stellen und schnell zu agieren. Oft ist es auch so&#8230; und dann gibt es diese Tage, da entdecke ich die Schattenseiten dieser Schnelligkeit &#8211; Dieser raschen Auffassungsgabe und Reizverarbeitung. Ich tanze gefühlt auf allen Hochzeiten – Multitasking soll es ja doch nicht geben, habe ich letztens irgendwo gelesen – Ich könnte wetten, dass ich jeden Tag etwas anderes beweise… Es verausgabt mich an irgendeinem Punkt so tief, dass ich kaum noch weiß wer ich bin und wo ich mich selber wieder finden kann.</p>



<p>Ich räume den Geschirrspüler aus, mache gleichzeitig noch das Teewasser an, wische noch schnell die Arbeitsplatte ab, spähe in die Brotdosen der Kinder – alles drin. Rufe noch schnell nach oben „Aufstehen – es sind nur noch 5 Minuten!“ &#8211; freundlich, versuche ich es noch rauszudrücken… Meine Schnur wird kürzer, ich jongliere umher, versuche noch krampfhaft die To dos in meinem Kopf zu ordnen und zu sortieren. Spüre so langsam wie ich fahrig werde, meine Hände anfangen heiß zu werden, mein Herz schneller schlägt und mein Blick wirrer umher wandert. Ich gerate immer mehr in diesen typischen, impulshaften und abhandelnden Bewegungsautomatismus. Ich stehe bereits in der Mitte der Brücke, auf deren anderen Seite ich mich schon komplett verloren hätte. Ich spüre das. Mir ist es bewusst, dass ich gerade vergesse, mich in meiner eigenen Schnelligkeit selber mitzunehmen… Ich funktioniere. Ich weiß nicht, wie wohl ich mich darin fühle. Es ist eine Art Hassliebe. Gleichzeitig spüre ich, dass ich weiter laufe. Mich selber hinter mir lasse&#8230; Mich selber davon laufen sehe&#8230;  Ich merke, wann ich auf die Brücke steige. Ich merke, wenn ich auf dieser Brücke immer weiter in Richtung anderes Ufer laufen. Ich spüre, wie ich laufe, laufe, laufe und selber nicht mehr Schritt mit mir halten kann.</p>



<p>Es gibt Momente, an denen diese Phase des Funktionierens überschaubar ist. Die Umstände lassen mich irgendwann innehalten – einfach weil es im Außen keinen Punkt mehr gibt, dem es sich lohnt hinterher zu laufen, abzuhandeln, zu erfüllen, zu befriedigen. In dieser Situation genieße ich das kurze Bewegen, das leichte überschaubare Verausgaben. Dieses Gefühl, dass ich funktionieren kann. Ich kann, wenn ich muss. Klasse! &#8211; Und gleichzeitig weiß ich hierbei nicht, ob ich auch bewusst aufhören könnte. Stoppen könnte, wenn nicht das Außen mir weiter Futter zum Agieren hinwirft. Könnte ich selber eigentlich sagen „Es reicht! Ich brauche Pause. Ich mache später weiter.“ Es gibt einen Kipppunkt, an dem sich dieses Funktionieren einfach nicht mehr schön anfühlt, keine Energie schenkt und vitalisiert, sondern mir Energie nimmt und mich völlig verausgabt. &#8222;Alles mit ZU ist nicht gut!&#8220;&#8230; Ein Satz, den mein Opa mir schon als kleines Kind sagte, als es noch um den Konsum von Süßigkeiten ging.</p>



<p>Diese Erfahrung des bewussten Stoppens am Kipppunkt, schenkt mir nicht wirklich die Situation an sich. Diese Erfahrung kann nur ich mir selber schenken, in dem ich in einem völlig überfrachteten, chaotischen Alltag für einen Moment innehalte. In dem ich durchatmen kann, mich selber wieder einholen kann und mich mit mir selber kurz ausruhe, um dann mit mir gemeinsam weiter zu gehen. &#8211; Dann hört es auf dieses Hinterherrennen, mich selber zu verlieren, mich nicht zu spüren, mich irgendwie nicht ganz zu fühlen. Dann kann es vielleicht sogar anstrengend weiter gehen und doch spüre ich dann diese Anstrengung und ignoriere sie nicht. Ich kann dann ganz sein, auch wenn es anstrengend ist &#8211; bewusst diese Anstrengung eingehen und mich nicht in sie hineingeworfen fühlen. Ich kann dann da sein, auch, wenn ich vielleicht gerne woanders wäre. Alles was es für mich dann im Alltag braucht, ist eine Erinnerung. Eine Erinnerung, mir selber manchmal die Zeit zu schenken und mich selber wieder einzuholen. Mich ganz präsent zu fühlen mit meinem Körper, meinen Gedanken, meinen Gefühlen. Ich bin hier und jetzt da und ich laufe mir nicht weiter hinterher, wenn ich in meinen ganzen Lebensrollen unterwegs bin.</p>



<p>Was ist mein Anker, der es schafft mich kurz zu stoppen? &#8211; Was ist das, was mich daran erinnert, dass ich kurz selber auf mich warte? &#8211; Was ist das, was mir ein kurzes Innehalten schenkt? &#8211; Was ist das, was es mir schenkt mich wieder ganz zu fühlen?</p>



<p>Ich verschenke in meiner Praxis „Center Shocks“ – Diese sauren Kaugummis, die einem kurz das Gesicht einfrieren lassen, wenn man es in den Mund nimmt. Die meisten Kinder lieben diese kleinen sauren Momente, die einen wieder bei sich selber ankommen lassen. Die Säure lässt es gar nicht zu mit seinen Gedanken und Gefühlen woanders zu sein, als in diesem Moment. Es geht nicht um die Ängste der Vergangenheit und nicht um die Sorgen der Zukunft. Das Körpergefühl, was dieses saure Ding in einem auslöst, lässt nur zu in der Gegenwart zu sein – im Hier und Jetzt. Und genau da ist es möglich sich selber wieder einzuholen und neu auszurichten. Es ist in gewisser Weise so eine Art RESET. Kurz das Hamsterrad verlassen, neu justieren und bewusst weiter gehen und agieren. &#8211; Was lässt dich also kurz einfrieren? Was lässt einen kurzen RESET zu? Ein Aussteigen aus dem Hamsterrad?</p>



<p>Was ist deine Ressource, an die du dich erinnern möchtest? Was ist das, was dir wieder Kraft schenkt und dich auflädt, wenn du nur all zu viel laufen musstest, um dich selber wieder einzuholen? Wie schaffst du es, dass du manchmal nur einen kleinen Sprint hinlegen musst, um mit dir wieder auf einer Höhe zu sein? Keinen Dauerlauf auf dich nehmen musst, nach dem du dich über Tage, Wochen, Monate erholen musst und es ein immenses Aufgebot deiner Ressourcen braucht, um diese lange Verausgabung wieder zu heilen?</p>



<p>Manchmal reichen diese kleinen, mini kleinen Glitzermomente, in denen du dich kurz umblickst, dich selber hinter dir herlaufen siehst und bewusst einen kurzen Moment wartest, bis du dich selber wieder einholst. Innehalten, atmen, dich selber stärken und mit dir in voller Präsenz weiter gehen… Üben, immer wieder üben… Ausprobieren was es braucht, dich umblicken, dich einholen, dich ressourcieren, dich in deiner Ganzheit spüren, weitergehen, ins Hamsterrad geraten, dich umblicken, innehalten, dich selber wieder einholen, stärken, atmen, dich spüren und wahrnehmen, weitergehen&#8230; Nicht zu streng sein mit dir selber, dich schätzen für dein stetiges Üben, dein Dranbleiben, dein Ausprobieren, dein Scheitern, dein Krone richten, deinen Mut immer wieder rein zu spüren, dich überwältigen zu lassen von dir selber und immer wieder weiter zu machen! Genau das bedeutet zu Lernen. Genau dieses Dranbleiben und immer wieder in die Selbstverbindung zu gehen, dich selber wieder einzuholen und mit deiner Ganzheit weiter zu gehen. Genau das bedeutet Lernen und genau das braucht dein Kind, um sich so berühren zu lassen, dass es nachhaltig kognitiv lernen kann und genau deshalb verdienst genau DU mehr als einen Orden dafür, dass du selber dran bleibst und deinem Kind zeigst, wie es gelingt immer weiter zu üben und damit wirklich zu lernen.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Sonnenbrille, Jogginghose</title>
		<link>https://www.omni-fides.de/2023/05/03/sonnenbrille-jogginghose</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[omnifides]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 03 May 2023 18:36:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.omni-fides.de/?p=968</guid>

					<description><![CDATA[Hurricane-Festival 2012 – Lisas Freund biegt mit seinem kleinen VW auf das sandige Festivalgelände. Lisa atmet tief durch… Ihr kommen bereits an die 60 Leute entgegen. Sie ziehen bis zur Unzumutbarkeit bepackte Bollerwagen hinter sich her. Einer zieht vorne, der andere schiebt von hinten. Der Sandstaub klebt auf den verschwitzten Gesichtern. Lisa atmet tief. Sie finden einen Parkplatz. Von hier aus sind es ungefähr 15 Gehminuten bis zum Festivalgelände. Lisa steigt aus, riecht den staubig, trocknen Sandwind, der ihr ins...<p class="read-more"><a class="btn btn-default" href="https://www.omni-fides.de/2023/05/03/sonnenbrille-jogginghose">Weiterlesen<span class="screen-reader-text"> Weiterlesen</span></a></p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<div class="podcast_badges">

<div><a href="https://open.spotify.com/episode/7p67lCWXXfKJ86UrbbOWMp" class="podcast_badge" target="_blank" rel="noopener"><img decoding="async" src="/wp-content/uploads/2023/01/spotify-podcast-badge-blk-grn-330x80-1.png"></a></div>

<div><a href="https://podcasts.apple.com/de/podcast/sonnenbrille-jogginghose/id1668202576?i=1000611627517" class="podcast_badge" target="_blank" rel="noopener"><img decoding="async" src="/wp-content/uploads/2023/01/DE_Apple_Podcasts_Listen_Badge_RGB.png"></a></div>

<div><a href="https://podcasts.google.com/feed/aHR0cHM6Ly9vbW5pLWZpZGVzLnBvZGNhc3Rlci5kZS9vbW5pLWZpZGVzLWF1ZGlvYmxvZy5yc3M/episode/cG9kLTg4NGExN2U3MjcwNTI2MTBlODZlZmYzNWEx" class="podcast_badge" target="_blank" rel="noopener"><img decoding="async" src="/wp-content/uploads/2023/01/DE_Google_Podcasts_Badge_2x.png"></a></div>

<div><a href="https://music.amazon.de/podcasts/400a6bdb-3626-4660-8631-ddc42396a6fd/episodes/fc2b7662-afee-466e-bdef-809e63cde0b8/omni-fides-audioblog-sonnenbrille-jogginghose" class="podcast_badge" target="_blank" rel="noopener"><img decoding="async" src="/wp-content/uploads/2023/01/amazon-podcast-badges-619x150-1.png"></a></div>

</div>



<p>Hurricane-Festival 2012 – Lisas Freund biegt mit seinem kleinen VW auf das sandige Festivalgelände. Lisa atmet tief durch… Ihr kommen bereits an die 60 Leute entgegen. Sie ziehen bis zur Unzumutbarkeit bepackte Bollerwagen hinter sich her. Einer zieht vorne, der andere schiebt von hinten. Der Sandstaub klebt auf den verschwitzten Gesichtern. Lisa atmet tief. Sie finden einen Parkplatz. Von hier aus sind es ungefähr 15 Gehminuten bis zum Festivalgelände. Lisa steigt aus, riecht den staubig, trocknen Sandwind, der ihr ins Gesicht fegt. Es ist sooo heiß. Ihre Haut bildet schon jetzt einen leichten Schmutzfilm – warm, feucht und sandig. Sie bekommt bei dem Hinspüren eine leichte Gänsehaut… Lisa und ihr Freund laufen los. Neben ihnen läuft ein Pärchen in einem schwarzen Lack und Leder Outfit. Der eine ruft „Sei mein Sklave.“ … Lisas Freund lacht ausgelassen. Lisa zieht ihre Sonnenbrille auf. Ihre Augen entspannen sich ein wenig. Ihr Blick weitet sich. Plötzlich nimmt sie neben dem Lack-und-Leder-Pärchen auch noch die Gänseblümchen wahr, die am Wegesrand wachsen und allen heranrollenden Bollerwagenrädern trotzen. Sie richten sich einfach wieder auf. Sie recken sich nicht weit in die Höhe. Sie haben gelernt, dass es sicherer ist in Bodennähe zu bleiben. Breit und buschig verteilen sie sich auf dem ganzen Feldrand. Lisa schließt die Augen, atmet durch, nimmt die Hand von ihrem Freund. </p>



<p>Es ist gerade ungefähr 13 Uhr… Die Sonne würde noch etwas stärker werden und dann wieder abtauchen und Lisa sich weniger warm und schwitzig fühlen. Eine innere Hitze kocht hoch. Lisa lässt ihren Pulli trotzdem an. Sie schwitzt – ja- und gleichzeitig kühlt ihr Pulli sie von innen. Er ist wie eine Art Schutz um sie herum. Ein Schutz, der Lisa ihre eigene Körpergrenze fühlen lässt. Hier ist sie in dieser völlig skurrilen Welt gelandet, in der an jeder Ecke Momente warten, die sie kaum einordnen kann. Momente, die für ihr Nervensystem potenzielle Gefahr bedeuten. Sie ist erschöpft von 15 Gehminuten bis zum Festivalgelände… Geht durch den Einlasspoint… Ist drin in den Grenzen dieser anderen Welt. Ein bisschen neugierig und gleichzeitig hochgradig verwirrt von all dem was ihren Blick erreicht. Sie sieht in jeder Ecke das Unsichere. Das was nicht einzuschätzen ist… Um 22 Uhr fragt sie ein völlig fremder Mensch, warum sie nicht ihre Sonnenbrille abnehmen will und ob sie nicht gemerkt habe, dass es dunkel ist… Für Lisa scheint es immer noch alles grell. Durch die Brille fühlt sie sich ein wenig entfernt von allem. Nicht ganz so doll drin &#8211; ein wenig Luft zwischen dem Geschehen draußen und ihrem Geschehen drinnen… Sie kann für kurze Momente aus dem Außen abtauchen. Hinter ihre Sonnenbrille, durchatmen, sich sammeln, sich fühlen und zurück kehren zu der Menge da draußen&#8230; Eine Pufferzone, ein kleiner Zwischenraum&#8230; was intimes, was eigenes, was Vertrautes&#8230; Die Möglichkeit sich selber in der chaotischen Menge nicht völlig zu verlieren&#8230; Die Dosierung anzupassen&#8230; Eine Wahlmöglichkeit zu spüren.</p>



<p>Sich für einen kleinen Augenblick unsichtbar machen für all das was da draußen so unbekannt ist. &#8211; Wie wunderbar es wäre, wenn man sich auf Knopfdruck unsichtbar machen könnte. Wenn man verschwinden könnte, in ein Loch fallen würde und erst wieder rauskommen muss, wenn es sich wieder einigermaßen sicher anfühlt. Das denkt bestimmt auch Lisa und hat mit ihrer Sonnenbrille eine kleine neutrale Zone gefunden, die ihr hilft sich selber wieder wahrzunehmen und sich nicht in all dieser unsicheren Umgebung ganz zu verlieren. </p>



<p>Leider bieten so wenige Situationen einen Fluchtraum an. Vermeintlich. Wir fühlen uns so vielem ausgeliefert und versinken in einem Angstfeld, das uns manchmal komplett vereinnahmen kann. Was bietet dir Schutz? Was bietet dir einen Zwischenraum? &#8211; Einen kurzen Augenblick, um achtsam zu sein. Mit dem was du gerade brauchst. Mit dem was dir gerade ein bisschen mehr Sicherheit schenkt und mit dem du dich wieder präsent fühlen kannst? </p>



<p>Ist es der Geruch von frischem Kaffee, der dich immer an deine Kindheit erinnert, in der deine Oma jeden Sonntag um 15 Uhr den Kaffee frisch aufgebrüht hat? Oder ist es die Jacke, die du um die Hüfte bindest, um durch den leichten Druck dich selber präsenter zu spüren? Oder ist es Barfußgehen im Frühling, bei dem dich die Menschen unverständlich anschauen&#8220;? &#8211; Es ist doch noch viel zu kalt fürs Barfußlaufen. Oder reicht ganz simpel die Sonnenbrille? Das Cappi? Die Jogginghose im Unterricht? Ein Schal um deinen Hals…? Was lässt dich bei dir selber wieder ankommen und dich sicherer fühlen in deiner eigenen Haut an dem Fleck an dem du gerade sein darfst? Was unterstützt dich dabei in der Situation zu bleiben und dich mit dir selber zu verbinden, damit du anderen mit Interesse begegnen kannst?</p>



<p>Lisas Sonnenbrille ist kein Zeichen für Respektlosigkeit für ihr Gegenüber, sondern als Symbol des Respekts für sich selber und ihrer eigenen Bedürfnisse. Und letztendlich ist es folgerichtig auch der Respekt all den Menschen gegenüber, die sie umgeben. Denn was wäre, wenn eine dysregulierte Lisa in Panik verfällt? Ihrer eigenen Not und tiefen Unsicherheit impulsiv und unbewusst irgendwie Ausdruck verleiht?  Weder das Festival noch das Sitzen in der Schule ist in der Regel lebensbedrohlich. Und doch kann ein Nervensystem es so empfinden. „Ach, stell dich nicht so an.“ Ist keine Reaktion, die ein hoch erregtes Nervensystem beruhigt und reguliert. Viel mehr braucht es Anerkennung und Würdigung dieser Unsicherheit. Sie braucht Zeit und Raum sich gesehen zu fühlen… und wie wunderbar, wenn es die Sonnenbrille oder die Jogginghose sein können, die für einen Augenblick einen Raum schaffen, der als sicherer empfunden werden kann. Es ist sicherlich eine Herausforderung dieser Unsicherheit einen angemessenen Raum zu geben -Und ja, gerne Kinder geben ihren eigenen Bedürfnissen und Unsicherheiten einen dramatisch hohen Stellenwert, dem jede Relation zu fehlen scheint&#8230; Und lass uns ihnen doch vorleben, wie es gehen kann, seiner eigenen Unsicherheit ein Stückchen Sicherheit an die Hand zu geben. Damit es eben nicht immer den großen pathetischen Rahmen braucht, der alle anderen einzusaugen scheint. Welche kleine Kleinigkeit kann meine Umwelt halten und mich gleichzeitig ein wenig sicherer fühlen lassen?</p>



<p>Frage dich doch hin und wieder „Warum macht mein Kind das jetzt? Wofür dient es ihm? Was ist dadurch leichter?“ &#8211; Nicht alles was dein Kind macht und dir vielleicht missfallen könnte muss als Provokation verstanden werden! Je präsenter und sicherer du dich mit dir fühlst, desto leichter wird es dir gelingen weniger auf dich persönlich zu beziehen. Immer mehr Aktionen deines Kindes kannst du wertfrei betrachten, musst nicht einsteigen in eine Konfrontation, musst dich nicht persönlich provoziert fühlen. Was brauchst du also gerade, um dich selber ein bisschen sicherer und präsenter mit dir und in deiner Umwelt mit all den Menschen zu fühlen? Beobachte dich wertfrei. Das ist schon der erste große Schritt zu mehr gelebter Wahlfreiheit und Regulation.</p>



<p>Schön, dass du da bist und gut für dich sorgst. Damit du so gut mit dir verbunden sein kannst! Wir brauchen viel, viel mehr Menschen davon!</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Egoismus und ansteckende Selbstwirksamkeit&#8230;</title>
		<link>https://www.omni-fides.de/2023/03/28/egoismus-und-ansteckende-selbstwirksamkeit</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[omnifides]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 28 Mar 2023 07:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.omni-fides.de/?p=947</guid>

					<description><![CDATA[&#8230; Ein junges Mädchen steht vor ihrer Schule. Eine Kamera geht auf sie zu. „Was hältst du von der Idee, dass sich jeder junge Mensch nach seiner Schulzeit für ein Jahr lang in den Dienst der Allgemeinheit stellt – ein freiwilliges soziales Jahr, ökologisches Jahr, Wehrdienst?“ &#8211; Das Mädchen reagiert stutzig, zieht die Stirn kraus, scheint ein wenig verwirrt und antwortet kurz und knapp: „Gar nichts. Ich will endlich mal das tun, was ich will.“ Wie egoistisch diese Jugend heutzutage...<p class="read-more"><a class="btn btn-default" href="https://www.omni-fides.de/2023/03/28/egoismus-und-ansteckende-selbstwirksamkeit">Weiterlesen<span class="screen-reader-text"> Weiterlesen</span></a></p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<div class="podcast_badges">

<div><a href="https://open.spotify.com/episode/0rBE6nDoHUpBWrkKQNZDU3" class="podcast_badge" target="_blank" rel="noopener"><img decoding="async" src="/wp-content/uploads/2023/01/spotify-podcast-badge-blk-grn-330x80-1.png"></a></div>

<div><a href="https://podcasts.apple.com/de/podcast/egoismus-und-ansteckende-selbstwirksamkeit/id1668202576?i=1000606243110" class="podcast_badge" target="_blank" rel="noopener"><img decoding="async" src="/wp-content/uploads/2023/01/DE_Apple_Podcasts_Listen_Badge_RGB.png"></a></div>

<div><a href="https://podcasts.google.com/feed/aHR0cHM6Ly9vbW5pLWZpZGVzLnBvZGNhc3Rlci5kZS9vbW5pLWZpZGVzLWF1ZGlvYmxvZy5yc3M/episode/cG9kLTllYTdiMWU0Zjk0OTQ3YzI5NDU4NzBlY2E2" class="podcast_badge" target="_blank" rel="noopener"><img decoding="async" src="/wp-content/uploads/2023/01/DE_Google_Podcasts_Badge_2x.png"></a></div>

<div><a href="https://music.amazon.de/podcasts/400a6bdb-3626-4660-8631-ddc42396a6fd/episodes/3da6a6b6-4879-475b-9ba4-813ab330c6af/omni-fides-audioblog-egoismus-und-ansteckende-selbstwirksamkeit" class="podcast_badge" target="_blank" rel="noopener"><img decoding="async" src="/wp-content/uploads/2023/01/amazon-podcast-badges-619x150-1.png"></a></div>

</div>



<p>&#8230; Ein junges Mädchen steht vor ihrer Schule. Eine Kamera geht auf sie zu. „Was hältst du von der Idee, dass sich jeder junge Mensch nach seiner Schulzeit für ein Jahr lang in den Dienst der Allgemeinheit stellt  – ein freiwilliges soziales Jahr, ökologisches Jahr, Wehrdienst?“ &#8211; Das Mädchen reagiert stutzig, zieht die Stirn kraus, scheint ein wenig verwirrt und antwortet kurz und knapp: „Gar nichts. Ich will endlich mal das tun, was ich will.“ </p>



<p>Wie egoistisch diese Jugend heutzutage ist… Wie sie sich immer nur auf Kosten anderer amüsiert&#8230; Schlechtes Benehmen, keinen Ehrgeiz, fehlendes Verantwortungsgefühl. Die ganze Spirale der Vorurteile gegen die „heutige Jugend“ wird im Anschluss an diese Frage in einer Diskussion von vielen Seiten beleuchtet. Mögliche Gründe für dieses „Fehlverhalten“ werden gesucht: Liegt es an einer zu laschen oder gar zu strengen Erziehung im Elternhaus? Liegt es an zu wenig Zucht und Ordnung im Schulsystem? Liegt es an den sozialen Medien? &#8211; Dem hohen Medienkonsum? Liegt es an der immer schneller werdenden Welt, die viel zu viele Möglichkeiten für den Einzelnen bereit hält?</p>



<p>Junge Menschen heutzutage scheinen so betrachtet zu weniger Leistung im Stande, scheinen selbstverliebt und unsozial… kaum noch zu gebrauchen…Ist diese heranwachsende Generation abzuschreiben?</p>



<p>Ich habe darauf keine Antwort. Nur die klare Meinung, dass ein Abschreiben dieser jungen Menschen uns allen einfach mal so gar nicht nützt! Warum schauen wir nicht lieber hin statt aus dem Kontakt heraus zu gehen und unsere feste Meinung tief in unserem Hirn einzugraben? &#8211; So ist das und davon weiche ich nicht ab! Wieso nicht? &#8211; Lass uns doch mal raus gehen aus der Einfachheit der einseitigen Betrachtung. Lass uns mal hingucken!</p>



<p>Komplex scheint mir dieses ganze Gespräch der selbsternannten Experten. Die vielen Sichtweisen, Möglichkeiten, Gründe. Individuell sind die Antworten. Nicht pauschal abzuhandeln.</p>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity"/>



<p>… und trotzdem möchte ich gerade einen Punkt setzen und diesen mit ein paar Fragen beginnen.</p>



<p>Wer hat eigentlich für dich in deiner Schulzeit entschieden?</p>



<p>Wer hat für dich entschieden, wo es lang zu gehen hat?</p>



<p>Wo gab es eigentlich einen Raum, in dem du dich als Mensch kennen lernen konntest?</p>



<p>Wo gab es eigentlich den Raum, in dem du spüren konntest was deine eigenen Talente sind? </p>



<p>Wo gab es jemanden, der sich mit dir zusammen auf die Reise begeben hat, um deinen inneren Kern zu entdecken und das, was du dieser Welt beitragen willst?</p>



<p>Für diese Schülerin hat es diesen Raum in ihrer gesamten Schulzeit vielleicht gar nicht gegeben?! Sie war  vielleicht angehalten vor allem durch zu halten? &#8211; Und ersehnt aus diesem Grund so sehr den Moment herbei, endlich raus zu sein und überhaupt mal (wieder) ihren Weg selbst zu bestimmen. </p>



<p>Dieses Mädchen scheint mir persönlich gerade gar nicht so egoistisch zu sein… Dieses Mädchen scheint mir gerade vielleicht nur sehnsüchtig auf der Suche zu sein. Dieses Mädchen war vielleicht ihre bisherigen Schülerjahre ständig nur von fremden Antworten umgeben.  &#8211; Von Menschen, die meinten zu wissen, was gut für sie sei. Die ihr Zeit und Aufwand abnehmen wollten und ihr dadurch schneller zu effizienterer Produktivität verhelfen wollten. Die ihr vielleicht das Ausprobieren, Fehler machen, Scheitern ersparen oder vorenthalten wollten. &#8211; Vorgefertigte Antworten konnte sie aber nie zu ihren eigenen machen, weil sie diese nie selbst erfahren und erlebt hat, sondern nur übernommen. Ihr fehlen die Sinneseindrücke… Vorgefertigte Antworten berühren nicht. Ihr fehlte vielleicht die Freude natürliche Zusammenhängen zu entdecken. Das Leben wirklich zu erfahren. Zwischen der Photosynthese und ihrem Honigbrot am Sonntag einen Zusammenhang zu entdecken. Ihr hat vielleicht jemand gesagt, dass genau jetzt der richtige Zeitpunkt sei, um das Schreiben zu lernen, obwohl sie noch gar nicht entdeckt hat wofür sie es gebrauchen könnte. Leider lernte sie erst ein Jahr später im Sommerurlaub auf Griechenland ihre Brieffreundin kennen und erfuhr erst nach viel sinnfreien Erfahrungen im Schreiberwerb, wofür es sich für sie persönlich lohnen würde das Schreiben zu erlernen. Diesem Mädchen wurden fremde Zeiten vorgegeben: 08 Uhr Schulbeginn – 15:00 Uhr Schulende – 12 Uhr 45 Minuten Mittagspause… Sie hat sich vielleicht jeden Morgen aus ihrem Bett rausgequält, obwohl ihr Biorhythmus ihr eher vorgeben würde um 10 Uhr das Arbeiten zu beginnen, weil sie da einfach wacher ist…</p>



<p>&#8230; Das bisherige Leben bestand für dieses Mädchen vielleicht aus unendlich vielen Kompromissen. Kompromisse, die ihre eigenen Bedürfnisse oft missachten mussten…</p>



<p>Wie gewöhnt sind wir als Erwachsener schon daran nicht mehr auf unsere Bedürfnisse zu hören? Sie wegzudrücken? Ihnen keinen Raum zu geben? Morgens aufstehen, kaputt sein, resigniert von unserer Arbeit. Den Einkauf für die Woche noch irgendwie in die Tagesplanung rein zu quetschen, gesundes Essen zu kochen, die Kinder zu musikalischen Früherziehung zu schicken, die Große noch schnell am Nachmittag verabreden – der sozialen Kontakte wegen. Ganz wichtig! Will deine Große denn überhaupt zur Schulfreundin, um dort gemeinsam Hausaufgaben zu machen und Trampolin zu springen?- Keine Ahnung, aber es machen ja auch andere so. &#8211; &#8222;Ist das denn normal?&#8220;, frag ich dich. Ist das das wie wir leben wollen und was wir unseren Kindern mitgeben möchten? Meinen wir, dass das unsere Kinder glücklich macht und unserer Welt zu einer guten Welt? &#8211; Was immer eine gute Welt in unseren Augen auch sein mag?!</p>



<p>Ist es unsere Vorstellung, dass wir in dieser Welt nur sicher sind, wenn wir uns über ein individuell erträgliches Maß hinaus fremd bestimmen lassen? Wenn wir uns alleine leiten lassen von den Vorgaben und Strukturen anderer? Geben wir denn nicht einfach nur unsere eigenen gemachten Erfahrungen an unsere Kinder weiter? Haben wir Erwachsenen nicht schon gelernt, dass es am Sonntag um 13 Uhr Mittag gibt und in der Woche jeden Abend gemeinsam gegessen wird. Hast du dich mal gefragt wer das überhaupt bestimmt? Wer will das denn? &#8211; Ist es eine Tätigkeit, die dir und deiner Familie wirklich etwas schenkt und echt glücklich macht? Oder ist es eine leere Hülle von Vorstellung wie etwas zu sein hat. Wie viel leere Hüllen sind in diesem Schulsystem eigentlich zu finden? Und wie viel hat dieses Mädchen davon entdeckt? Resultiert ihre Aussage aus einer völligen Frustration und Erschöpfung sich so lange an den Vorstellung anderer orientiert zu haben?</p>



<p>Sehnt sich dieses Mädchen nach einer Zeit, in der sie diese Fremdbestimmung loslassen kann? &#8211; Wir sind alle diesem Kompromiss ausgesetzt: Der Kompromiss zwischen unseren eigenen Bedürfnissen und den Anforderungen im Außen. Können wir ihn halten? In Kontakt mit uns selbst und den Menschen da draußen gleichzeitig zu sein? </p>



<p>&#8222;Ist das egoistisch?&#8220;, frage ich dich nun, oder leistet sie damit einen wichtigen Beitrag für eine gesündere Welt, indem sie ihre Bedürfnisse wahrnimmt und sie ausspricht? Geht es nicht darum uns wieder als Subjekte zu begegnen, uns gegenseitig Raum zu lassen, um selbstverbunden in Kompromisse zu gehen? Was ist noch haltbar für mich? Wo kann ich nicht mehr mitgehen? Wo kann ich dazu lernen und wo geht es über mein Limit gerade hinaus? Wann habe ich einfach nur „Null Bock“? Und wann habe ich sorgsam abgewogen und gespürt, dass ich gerade wirklich etwas anderes brauche? Ist das nicht die wahre Kompetenz? Und ermöglicht uns diese Kompetenz nicht erst, dass ich nicht andere fremd bestimmen muss, um meine eigene Frustration fremdbestimmt zu sein, ruhig zu stellen? Es bleibt komplex und nicht pauschal zu beantworten.</p>



<p>Dieses Mädchen ist vielleicht froh diese Zeit rum bekommen zu haben und sieht endlich ein Licht am Ende des Tunnels – Raus aus der Fremdbestimmung, rein in die Reise zu mir selbst… und ist das nicht unsere Aufgabe als Eltern unsere Kinder dabei kompetent zu begleiten sich selber zu finden und zu lernen, wie wir es schaffen uns zu unserem Wohle und zum Wohle der anderen auszudrücken und mitzuteilen?</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Hinter der Maske&#8230;</title>
		<link>https://www.omni-fides.de/2023/02/12/hinter-der-maske</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[omnifides]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 12 Feb 2023 15:29:15 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.omni-fides.de/?p=920</guid>

					<description><![CDATA[Wenn ich morgens aufstehe, schalte ich in meinen Muttermodus: Ich laufe durchs Haus, ich stelle die Waschmaschine an, ich füttere den Hund, ich decke den Frühstückstisch, ich packe die Brotdosen der Kinder in den Ranzen&#8230; … Ich tue, was diese Rolle heute morgen von mir erwartet… Eigentlich erwartet sie das jeden Tag von mir… Ist es gut oder schlecht? &#8211; Ich weiß es nicht&#8230; Die Kinder sind aus dem Haus auf dem Weg zur Schule. Ich gucke mich kurz im...<p class="read-more"><a class="btn btn-default" href="https://www.omni-fides.de/2023/02/12/hinter-der-maske">Weiterlesen<span class="screen-reader-text"> Weiterlesen</span></a></p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<div class="podcast_badges">

<div><a href="https://open.spotify.com/episode/2GnWZz0b9wQJMVmk6OnXVh" class="podcast_badge" target="_blank" rel="noopener"><img decoding="async" src="/wp-content/uploads/2023/01/spotify-podcast-badge-blk-grn-330x80-1.png"></a></div>

<div><a href="https://podcasts.apple.com/de/podcast/hinter-der-maske/id1668202576?i=1000599212756" class="podcast_badge" target="_blank" rel="noopener"><img decoding="async" src="/wp-content/uploads/2023/01/DE_Apple_Podcasts_Listen_Badge_RGB.png"></a></div>

<div><a href="https://podcasts.google.com/feed/aHR0cHM6Ly9vbW5pLWZpZGVzLnBvZGNhc3Rlci5kZS9vbW5pLWZpZGVzLWF1ZGlvYmxvZy5yc3M/episode/cG9kLTM4NTI2YTkwZTJjZWI4NWI3Y2QxYTE4ZWM0" class="podcast_badge" target="_blank" rel="noopener"><img decoding="async" src="/wp-content/uploads/2023/01/DE_Google_Podcasts_Badge_2x.png"></a></div>

<div><a href="https://music.amazon.de/podcasts/400a6bdb-3626-4660-8631-ddc42396a6fd/episodes/4b88e93e-201a-43bf-8075-ebc017ff1fc2/omni-fides-audioblog-hinter-der-maske" class="podcast_badge" target="_blank" rel="noopener"><img decoding="async" src="/wp-content/uploads/2023/01/amazon-podcast-badges-619x150-1.png"></a></div>

</div>



<p>Wenn ich morgens aufstehe, schalte ich in meinen Muttermodus: Ich laufe durchs Haus, ich stelle die Waschmaschine an, ich füttere den Hund, ich decke den Frühstückstisch, ich packe die Brotdosen der Kinder in den Ranzen&#8230;</p>



<p>… Ich tue, was diese Rolle heute morgen von mir erwartet… Eigentlich erwartet sie das jeden Tag von mir… Ist es gut oder schlecht? &#8211; Ich weiß es nicht&#8230;</p>



<p>Die Kinder sind aus dem Haus auf dem Weg zur Schule. Ich gucke mich kurz im Spiegel an, schalte um in meine Hausfrauenrolle: Stelle den Staubsaugerroboter an, laufe schnell noch ins Wohnzimmer und stelle die Stühle hoch, damit auch da die letzten Krümel vom Frühstück von meinem kleinen elektrischen Helfer beseitigt werden können. Ich schneide das Obst und Gemüse fürs Mittagessen, stelle den Nudelauflauf in den Ofen, programmiere die Garzeit ein und verlasse mit dem angeleinten Hund unser Haus&#8230;</p>



<p>… Ich tue, was diese Rolle heute morgen von mir erwartet. Eigentlich erwartet die das jeden Tag von mir… Ist es gut oder schlecht… Ich weiß es nicht&#8230;</p>



<p>Frauchen ist gerade noch gedanklich zu Hause – Habe ich was vergessen? Die Brotdosen für die Kinder? &#8230;Sind sie wirklich im Ranzen? &#8211; Hoffentlich!</p>



<p>Mein Tag ist ein Hopping durch feste Alltagsstrukturen… Durch all die Rollen, die ich so ausfülle, mit all den damit verbundenen Anforderungen und den Erwartungen … Nicht zuletzt meiner eigenen… Ich setze die eine Maske auf, die andere wieder ab. Manchmal bleibt auch noch ein Rest der vorherigen Maske kleben… Sie überlappen sich. Ich fühle mich klebrig &#8211; manchmal verschmiert und verwaschen und nur wenig klar und echt.</p>



<p>Ich erinnere mich an meine Kindheit. Ich kenne dieses klebrige Gefühl. Manchmal hat es mir die Luft zum Atmen genommen.</p>



<p>Meine Schülerrolle war eng, war steif, hat mich zeitweise soooo gelangweilt. Mir fehlte einfach der Sinn, in dem was ich da jeden Tag tat: Schreiben, auswendig lernen, vergessen… Nur wenig blieb wirklich bis heute hängen…</p>



<p>Die einzige Möglichkeit, die ich damals für mich sah, war mich noch tiefer reinzufressen in meinen Anspruch noch mehr Wissen in mich einzutrichtern, noch sauberer zu arbeiten, noch gewissenhafter Aufgaben zu erledigen… Kurz und gut: Ich entdeckte meinen Drang nach Perfektion. Zumindest in dem was ich sein musste, ausgezeichnet gut zu werden. Zumindest für diesen Teil von mir, der so gefragt war in diesem System, wertgeschätzt zu werden. Ich wollte gefallen, wollte Lob, wollte Anerkennung, wollte Zuneigung und Verbindung zu diesen Menschen, von denen ich mich abhängig fühlte…</p>



<p>Kurz vor dem Abitur spürte ich zum ersten Mal die Aussichtslosigkeit und die Leere, die dieses Streben nach Perfektion in mir immer lauter werden ließ… Vielleicht war es der Blick in die nahe Zukunft, den ich mir das erste Mal erlaubte zu sehen… Auf die Zeit nach der Schule…</p>



<p>Nachdem ich mein Ziel erreicht habe und sich auf ein Mal mein ganzer Lebenssinn und -zweck, der für mich schon so viele Jahre funktioniert hat, in tausend Teile auflöst… Was bleibt denn dann übrig außer Scherben, Bruchstücke, Einzelteile? &#8211; Noch heute spüre ich diese Traurigkeit, diesen Schock, der mir bewusst machte, dass diese Richtung, dieser Schwerpunkt, den ich meinem Leben all die Jahre gegeben hatte, nicht das war, was ich bin…</p>



<p>Das war meine damalige Rolle – meine Schülerrolle.</p>



<p>Ich habe ein feines Gespür dafür entwickelt was der Lehrer hören wollte. Ich wollte gefallen, ich wollte zeigen wie wertvoll ich sein kann – Noten schienen mir dafür das ideale Ausdrucksmittel. Wenn ich mir als Mensch schon so wenig wert vor kam, musste ich doch zumindest für mein Tun wertgeschätzt werden. Für das, wie ich andere möglichst wenig Stress und Herausforderungen bereitete… Wie ich möglichst wenig in diesem System aneckte… Wie ich möglichst viel von dem erfüllte, was man bewusst oder unterbewusst, von mir zu erwarten schien.</p>



<p>Ich merkte, dass ich es so besser ertragen konnte. Dass ich es so schaffte diese Rolle auszufüllen, die so viel von dem forderte, was mir und meinen Werten nicht entsprach. Was waren meine Werte überhaupt? So lange die Noten stimmten, konnte ich es ertragen, meine inneren Bedürfnisse zu betäuben…. „Du bist doch erfolgreich? &#8211; Was willst du mehr? &#8211; So scheint es doch zu funktionieren?“ &#8211; So scheinst DU zu funktionieren…</p>



<p>… mehr war nicht drin und auch nur selten gefragt…</p>



<p>Was bedeutet eigentlich Selbstwert? &#8211; Ich näherte mich diesem Begriff in dieser Zeit nur theoretisch. Kognitiv versuchte ich diesen Begriff zu erfassen – zu schwer war es jahrelang diesen Begriff zu fühlen oder besser gesagt NICHT zu fühlen. Ich verstand, dass Selbstwert heißt, sich selber zu mögen, sich und seine Qualitäten zu schätzen und ein Selbstkonzept zu haben … Ein Konzept meiner Schülerrolle hatte ich: Ganz klar, erfolgreich und sicher. Mein Selbstkonzept von mir als Mensch war fragil, war brüchig, hat sich manchmal komplett verwässert und war faktisch unsichtbar &#8211; unfühlbar.</p>



<p>Ich flüchtete in die Sicherheit, die das System mit gab&#8230; In die Sicherheit meiner Schülerrolle. Sie schenkte mir Struktur, mehr oder weniger berechenbare Zuverlässigkeit und die Momente, in denen mein kleines Inneres ausbrechen wollte, konnte ich überwiegend hübsch in Zaum halten oder kognitiv weg argumentieren… Ich war nicht verantwortlich für meine eigene Sicherheit. Ich war dieser Schülerrolle verfallen und konnte mich reinfallen lassen in das starre Netz, das gespannt wurde. Ich lag nicht bequem, aber ich lag.</p>



<p>… Dieses Netz löste sich nach den geschriebenen Abiturklausuren zunehmend in seine Einzelteile auf… Ich spürte die aufgeweichten Streben, die unter meinem Rücken nachgaben. Ich rutschte immer tiefer. Nichts fühlte sich mehr sicher an – innen nicht, außen nicht. Das Selbstkonzept meiner Schülerrolle – ein bisher dominierender Teil von mir &#8211; löste sich auf… Es blieb nicht viel übrig… Ich fiel auf einen Boden, realisiert zum ersten Mal, wie ich mich all die Jahre selber getäuscht habe… Indem was ich tat, was ich dachte, wie ich agierte …</p>



<p>Was übrig blieb war meine Wahrnehmung über das was ich fühlte … Ich war traurig. Ich war traurig über all die Momente, all die wertvolle Zeit, in der ich so viel über mich selber hätte lernen können. In der ich so viel mehr Selbstkompetenz hätte mitnehmen können… In der ich mehr erfahren hätte über mich und meine Werte, meine Potenziale, meine Kompetenzen und meine eigenen, individuellen Herausforderungen und Grenzen… und habe ich vielleicht auch hier mehr über mich erfahren als ich bis dahin dachte?</p>



<p>&#8230;Traurigkeit, die eine riesige Ressource in sich trug: Ich bedankte mich bei meiner Schülerrolle &#8211; Bei dieser Zeit, in der sie so hart gearbeitet hat, um mich zu halten und mir immer wieder dabei half Sicherheit im System zu finden. Mich mit anderen Menschen in Verbindung zu fühlen, auch wenn es für mich bedeutet, mich selber manchmal kurz zu verlieren….</p>



<p>Eines – und das ist wahrscheinlich das größte Geschenk – ist sicher: Nie verliert man seinen inneren Kern, sein großes Potenzial, seine Leidenschaft, seine Werte gänzlich an eine so starre Rolle. Manchmal fühlt es sich so an und eines möchte ich mit dir teilen:</p>



<p>Dein Potenzial in dir erlischt niemals, manchmal braucht es nur etwas länger, um es wieder ans Licht zu holen… und danach wird es um so mehr leuchten!</p>



<p>&#8230;und deshalb gehe ich jetzt nach dem Spazierengehen mit dem Hund in mein Haus und fange an, das starre, enge Netz zu erweitern, mit MIR auszufüllen&#8230; Heute mache ich es mal ganz anders&#8230;</p>



<p>Ich mache das was die Rolle von mir fordert.  Ich erfülle meine Aufgaben, aber ich lasse es mir dabei gut gehen und gestalte sie so, dass sie mir genau heute mehr entsprechen… Ich mache meine Musik an… Tanze durchs Haus… Lasse die Dreckwäsche heute mal Dreckwäsche sein und den Berg noch etwas länger wachsen. Tausche die Bilder über dem Sideboard aus. Entstaube sie, schwelge in Erinnerungen, der auf Fotopapier festgehaltenen Momente, die mein Herz berühren. Lächle leise vor mich hin.</p>



<p>Stelle die Möbel im Wohnzimmer um. Das Sofa an der anderen Wand gefällt mir besser! &#8211; Ist nicht effizienter, ist nicht sinnvoller und auch nicht perfekter. Ich werde dafür vermutlich kein Lob und auch keine Anerkennung meiner Familienmitglieder bekommen – UND trotzdem bleibt es jetzt gerade genau so stehen, denn mir gefällt’s…</p>



<p></p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Das Geschenk des Scheiterns</title>
		<link>https://www.omni-fides.de/2023/01/20/das-geschenk-des-scheiterns</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[omnifides]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 20 Jan 2023 13:34:31 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.omni-fides.de/?p=868</guid>

					<description><![CDATA[Gerade sehe ich einen Videoausschnitt mit Günther Jauch. Er postuliert: „Scheitern ist wichtig!“ – Fast floskelhaft scheint mir diese Dreiwortaussage… Ja, wir müssen mit Veränderungen umgehen können. Sie annehmen und das beste aus unserem Scheitern machen. Intuitiv kommt mir „Hinfallen, aufstehen, Krone richten, weiter geht&#8217;s!&#8230;“ in den Kopf. Dieser flache Postkartenspruch scheint mir plötzlich sehr tief und nah zu kommen… Manchmal, so spüre ich in mir, ist es sogar bahnbrechend neu und komplett erfüllend seine Krone zu richten und weiter...<p class="read-more"><a class="btn btn-default" href="https://www.omni-fides.de/2023/01/20/das-geschenk-des-scheiterns">Weiterlesen<span class="screen-reader-text"> Weiterlesen</span></a></p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<div class="podcast_badges">

<div><a href="https://open.spotify.com/episode/2krBl9sfeyUxyauZCzbfvq" class="podcast_badge" target="_blank" rel="noopener"><img decoding="async" src="/wp-content/uploads/2023/01/spotify-podcast-badge-blk-grn-330x80-1.png"></a></div>

<div><a href="https://podcasts.apple.com/de/podcast/das-geschenk-des-scheiterns/id1668202576?i=1000596800478" class="podcast_badge" target="_blank" rel="noopener"><img decoding="async" src="/wp-content/uploads/2023/01/DE_Apple_Podcasts_Listen_Badge_RGB.png"></a></div>

<div><a href="https://podcasts.google.com/feed/aHR0cHM6Ly9vbW5pLWZpZGVzLnBvZGNhc3Rlci5kZS9vbW5pLWZpZGVzLWF1ZGlvYmxvZy5yc3M/episode/cG9kLTg5NzNjZGY5MjA1YzRlN2Q5YzcxYjA2YzQz" class="podcast_badge" target="_blank" rel="noopener"><img decoding="async" src="/wp-content/uploads/2023/01/DE_Google_Podcasts_Badge_2x.png"></a></div>

<div><a href="https://music.amazon.de/podcasts/400a6bdb-3626-4660-8631-ddc42396a6fd/episodes/79134d4b-49af-4290-a66c-23a4edf8d973/omni-fides-audioblog-das-geschenk-des-scheiterns" class="podcast_badge" target="_blank" rel="noopener"><img decoding="async" src="/wp-content/uploads/2023/01/amazon-podcast-badges-619x150-1.png"></a></div>

</div>



<p>Gerade sehe ich einen Videoausschnitt mit Günther Jauch. Er postuliert: „Scheitern ist wichtig!“ – Fast floskelhaft scheint mir diese Dreiwortaussage… Ja, wir müssen mit Veränderungen umgehen können. Sie annehmen und das beste aus unserem Scheitern machen. Intuitiv kommt mir „<em>Hinfallen, aufstehen, Krone richten, weiter geht&#8217;s</em>!&#8230;“ in den Kopf. Dieser flache Postkartenspruch scheint mir plötzlich sehr tief und nah zu kommen…</p>



<p>Manchmal, so spüre ich in mir, ist es sogar bahnbrechend neu und komplett erfüllend seine Krone zu richten und weiter zu gehen&#8230; natürlich erst nachdem das kurze <em>Scheißgefühl</em> des Scheiterns weg ist <img src="https://s.w.org/images/core/emoji/17.0.2/72x72/1f642.png" alt="🙂" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" /></p>



<p class="has-text-align-center has-medium-font-size"><em><em>Wer entscheidet eigentlich, dass wir gescheitert sind?</em></em></p>



<p>Zu gerne würde ich Günther Jauch gerade glauben. In mir kommt mein innerer Glaubenssatz hoch, der mich seit meiner Schulzeit begleitet: Man ist nie fertig, nie genug, nie ausreichend&#8230;</p>



<p>Gibt es immer noch die eine Möglichkeit mehr? &#8211; Die eine Optimierungsidee, die mich noch effizienter und noch leistungsstärker macht?… Keiner hat es wortwörtlich ausgesprochen – damals – und doch haben mehr oder weniger alle, die in diesem System erfolgreich sein wollten, still und manchmal auch laut diesem Anspruch Folge geleistet: Höher, weiter, schneller… Von der 4 auf die 3… geht noch die 2 auf dem Zeugnis?!</p>



<p>Auf &#8211; ins Leben geschmissen nach dem Abi, mit Ideen und Wünschen, mit Ansprüchen an mich und dem was ich mal aus mir machen will, soll oder auch ein bisschen muss. Mit dem im Gepäck was dieser lang und emsig gehegte und gewachsene Anspruch an Selbstoptimierung und Leistungsfähigkeit mit mir gemacht hat.</p>



<p>Drei Monate nach dem Abi startet das Semester. Ich komme vom Leistungsanspruch – Ich gehe in den Leistungsanspruch… „ Jeder Dritte von Ihnen wir dieses Studium nicht beenden“… In der Sekunde dachte ich nicht, dass ich einer dieser Dritten sein werde…</p>



<p>Festgeklammert und bis ins Letzte optimiert habe ich mein Ziel… Den Semesterplan im Griff &#8211; Kurse, Vorlesungen, Prüfungen. Alles was ging war von mir schon ausgewählt, geordnet, erledigt und sortiert… Nichts von alle dem schaffte ich dem Zufall zu überlassen… Ich verbrachte schlaflose Nächte voller Sorge, dass ich diesen Plan nicht erfüllen könnte, den die Uni vorgab&#8230;</p>



<p>Ein paar Tage später stehe ich weinend, nein heulend, vor der Haustür meines Elternhauses. Habe mich die eineinhalb Stunden Heimfahrt von meinem siebten Unitag dagegen gewehrt, dass ich einer dieser Personen bin, die man mit einem fast spöttischen Lächeln <em>die Dritten</em> nennt.</p>



<p>Dass ich schon jetzt die bin, die ganz genau spürt, dass sie in dieses System nicht passt. Obwohl es doch nach dem einzigen, richtigen Weg ausgesehen hat. Spüre, dass ich mein Ziel aufgeben muss &#8211; aufgeben werde. Dass ich untergehe in diesem Raum der großen Erwartungen. Ein Raum voll mit meinen eigenen perfektionistischen Erwartungen und die dieser ganzen Menschen, die ihre Rolle erfüllen, in einem System, in das ich nicht passen kann und will. </p>



<p>In einem System, in dem ich das erste Mal die Chance habe bewusst und selbstentscheidend auszusteigen. Ein System, das mich niemals ganz hatte und dem ich jetzt das letzte Stückchen von mir entziehe. Ich steige bewusst aus&#8230; Mit Angst… Angst vor dem Nichts, das da noch übrig bleibt… Was steht noch da, wenn der feste Weg, den so viele andere schon vor mir gegangen sind, sich für mich als verschlingendes Moor herausstellt?… Wo leuchtet mein eigener Weg?… Und vor allem wo leuchtet mein neues Ziel?…</p>



<p>… Es leuchtet kein Ziel, es leuchtet kein Licht am Ende eines neuen Tunnels. Auf ein Mal, das wird mir nach meinem Scheitern, beim Krone richten bewusst, leuchtet nur noch der nächste kleine Stein vor mir. Es leuchtet nur so weit, wie ich gucken und erkennen kann&#8230; wie ich gehen und verstehen kann… Es existiert kein Plan für diesen Weg, es existiert keine feste Struktur, keine 100%-Chance für eine Zielerfüllung und auch keine Erfolgsgarantie…</p>



<p>Zäh manövriere ich mich durch meine ersten, kleinen, zaghaften Schritte. Es gab keinen vorfertigten Weg, keinen Plan, keine feste Idee wo ich nach meinem nächsten Schritt landen würde und dann wuchs da etwas aus meinem Scheitern heraus. Genau in dem Moment, in dem ich es schaffte meine Krone zu richten. Ich nahm mir Zeit dafür. Nahm mir Zeit, um das Neue, das Nichts, kennen zu lernen. Setzte meine Krone ganz langsam wieder auf… In dieser Bewegung wuchs in mir sowas wie Verbindung zu mir selbst. Sie half mir den nächsten Schritt auf dem Weg zu beleuchten. Mit mehr Sicherheit zu gehen und mit Fokus auf den einen nächsten, kleinen, zarten Schritt &#8211; fern von einem festen Ziel, von dem Wunsch nach Effizienz und Selbstoptimierung, fern von der Pflichterfüllung einer Rolle… Einfach nur da hineinzuwachsen was mir selbst wirklich entspricht.</p>



<p>&#8230;und Puhh&#8230; : <em>Scheitern fühlt sich nicht schön an… </em>Aber das Krone richten und das Weitergehen, begann mir immer mehr Freude zu machen… In der neu gewonnen Freiheit zu baden&#8230;</p>



<p>… Und in dieser Sicherheit, die keiner dieser Menschen da draußen mir geben musste. Diese innere Sicherheit erwuchs aus einer neuen, inneren Haltung, aus Neugierde, aus Verbindung zu meinen Wurzeln, aus Respekt vor meinen eigenen Bedürfnissen und aus einer Energie, die begann ganz liebevoll mit mir selber umzugehen… </p>



<p>Und das zeigte sich in all diesen Kleinigkeiten, die ich mir erlaubte auszusprechen und immer öfter Raum und Zeit zu schenken. Aus meinen vielen kleinen Ressourcen wie Sushi ohne Fleisch und Fisch zu bestellen, mich in meine frische Bettwäsche fallen zu lassen, Urlaub an der dänischen Nordseeküste zu verbringen, immer mehr Zeit in meinem Garten zu verbringen und alle Harry Potter Filme das bestimmt 12. Mal durch zu gucken: All das, was es mir erlaubte ein bisschen komplizierter zu sein und gleichzeitig ein bisschen liebevoller mit mir selbst. Keine Sicherheit, die aus irgendeinem Ziel oder einem Plan erwachsen musste, die mir irgendjemand schenken musste&#8230;</p>



<p>Eine Sicherheit, die ich begann in mir selber zu finden… Während dieser Reise ins Neue: In das, was ich mir noch nicht mal vorstellen konnte. In das, wovon es keinen Plan gab… Da habe ich diese Sicherheit öfter wieder verloren. Aber ich habe sie im Anschluss auch wiederentdeckt und wieder habe ich sie verloren und dann wiederentdeckt… und ich werde sie sicherlich auch auf meinem weiteren Weg des Öfteren wieder verloren glauben, um sie dann wieder zu entdecken…</p>



<p>Es lohnt sich dran zu bleiben nach dem Scheitern. Nach dem Krone richten, sich wieder aufzumachen in das neue Unbekannte. Mit all den neuen Ressourcen, die ich aus jedem Scheitern mitnehmen kann. Mit all den Ressourcen, die ich jetzt in meinen Rucksack für den nächsten Schritt packe. Mit all den Dingen, die mir helfen mich selber zu spüren. Mit denen ich zur Ruhe kommen kann, mich sicher fühlen kann mit all dem was ist und wie ich gerade da bin… Mit meinen Zweifeln, meinen Ängsten einfach weiter zu gehen… Sie mitzunehmen, sie ernst zu nehmen und sie wiederum absolut gar nicht ernst zu nehmen…</p>



<p>Was ist das, was dich hält? Was dich weiter machen lässt? Was ist es, das dich deine Krone wieder richten lässt? Was ist es, das dich auf einem noch nicht sichtbaren und berechenbaren Weg hält?… Wenn dein Plan nicht hinhaut….? Wenn du raus gehst aus dem was der Normweg zu sein scheint?… Wenn du raus gehst aus der Idee immer mehr leisten zu müssen und bewusst neue Wege gehen willst?… Wenn du scheiterst und beim Scheitern merkst, dass du gar nicht wirklich scheiterst, sondern gerade nur eine anderen Weg einschlägst?</p>



<p>Wer entscheidet eigentlich, ob du scheiterst oder dich doch nur ganz banal umentscheidest?</p>



<p>Danke Günther Jauch „Scheitern ist wirklich wichtig!“</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
	</channel>
</rss>
